Bluttat im Rotlichtmilieu Zwei junge Frauen in Paris erstochen

Rätselhafter Doppelmord im elften Pariser Arrondissement: Zwei junge Asiatinnen sind in einem Wohnhaus erstochen aufgefunden worden. Ermittler vermuten, dass sie Opfer einer "Abrechnung" im Rotlichtmilieu wurden.


Paris - Einem Nachbarn fiel eine Blutlache auf, sofort alarmierte er die Polizei: Die Leichen der beiden etwa 20 Jahre alten Frauen seien am Dienstagabend in einem Wohnhaus entdeckt worden, berichtete die Tageszeitung "Le Parisien" am Mittwoch. Nach Polizeiangaben seien Messerstiche in den Hals in beiden Fällen die Todesursache. Von einem Täter fehlte bisher jede Spur.

Einer ersten Einschätzung der Ermittler zufolge könnten die Frauen Opfer einer "Abrechnung" im Rotlichtmilieu geworden sein. "Das ist eine Spur, aber bestätigen können wir das derzeit noch nicht", sagte ein Polizeisprecher.

Die Polizei war am Dienstagabend von einem Hausbewohner zum Tatort im elften Pariser Arrondissement gerufen worden. Er hatte im Treppenhaus eine Blutlache entdeckt. Die Rettungskräfte entdeckten kurz darauf die Frauenleichen. Eine lag im Hausflur, die andere in einer Wohnung.

Die aus Vietnam stammende angenommene Tochter des früheren Präsidenten Jacques Chirac, Anh Dao Traxel, äußerte den Verdacht, dass Fremdenfeindlichkeit hinter der Tat stehe. Traxel, Vorsitzende der Menschenrechtsorganisation EEDCM, sagte, die beiden Frauen seien "wie Hunde getötet worden".

Die französische Öffentlichkeit müsse auf Gewalttaten gegen Asiaten ebenso empfindlich reagieren wie bei Angriffen auf Juden, Nordafrikaner oder Schwarzafrikaner, forderte Traxel. Nach ihren Beobachtungen hätten in den östlichen Stadtbezirken von Paris Beleidigungen und Aggressionen gegenüber Asiaten stark zugenommen.

jjc/dpa/AFP



© SPIEGEL ONLINE 2008
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.