Bluttat in Ludwigshafen Trauerfeier für ermordeten Lehrer

Eine Woche nach der tödlichen Messerattacke eines ehemaligen Schülers auf einen Berufsschullehrer in Ludwigshafen findet nun die öffentliche Trauerfeier statt. Ein anderer Pädagoge hatte über ein Handy-Warnsystem für Amokläufe Kollegen vor dem Täter gewarnt.


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Ludwigshafen: Großeinsatz an Berufsschule
Ludwigshafen - Am Freitag, eine Woche nachdem Florian K. seinen ehemaligen Berufsschullehrer tötete, findet in Ludwigshafen die öffentliche Trauerfeier statt. Als Redner werden unter anderen der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck und die Ludwigshafener Oberbürgermeisterin Eva Lohse erwartet. In die Gestaltung der Trauerfeier sind auch Schüler des getöteten Lehrers eingebunden.

Der 58-jährige Pädagoge war am Donnerstag vergangener Woche von seinem ehemaligen Schüler erstochen worden. Der 23-jährige Tatverdächtige hatte in ersten Vernehmungen erklärt, er habe aus Wut über schlechte Noten gehandelt. Er konnte noch auf dem Schulgelände festgenommen werden und sitzt inzwischen in Untersuchungshaft.

Mit Hilfe eines internen Handy-Alarmsystems hatte ein anderer Lehrer möglicherweise weitere Opfer verhindert. Der Mann hatte den Alarm ausgelöst, als er seinen Kollegen Rudolf B. stark blutend auf einer Schultreppe entdeckt hatte. Daraufhin wurde ein automatisches Signal auf die Privat-Handys der anderen Lehrer im Berufsschulzentrum gesendet, um sie vor einem möglichen Amokläufer zu warnen.

Die Anschaffung eines solchen Systems war der Schule 2009 von der Polizei empfohlen worden. Da die Spezial-Handys noch nicht lieferbar gewesen seien, hätten die Techniklehrer der Schule ein eigenes Warnsystem für ihre Privat-Handys entwickelt, sagte der Ludwigshafener Bürgermeister Wilhelm Zeiser.

Durch die Warnung sei es offenbar gelungen, den Täter nach seiner Bluttat im Schulgebäude weitgehend zu isolieren, bis er dort von Polizeibeamten gestellt werden konnte. Der 23-jährige Florian K. hatte seinen Ex-Lehrer B. durch einen Messerstich ins Herz getötet. Nach seiner Verhaftung sagte er aus, er habe noch weitere Lehrer angreifen wollen.

Bei einer Durchsuchung in der Wohnung des alleinlebenden Mannes fanden die Beamten in einem Geldschrank einen Speicherstick mit Filmen über frühere Amokläufe sowie eine von ihm als "Lebenslauf" bezeichnete Erklärung. Darin beklagte sich K., von Mitmenschen nicht akzeptiert und wegen seines starken Übergewichts abgelehnt zu werden.

jjc/apn



insgesamt 706 Beiträge
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Seite 1
e-ding 18.02.2010
1. ...
Zitat von sysopSchock in Ludwigshafen: Ein 23-Jähriger hat an einer Berufsschule einen Lehrer getötet - mehrere andere soll er angegriffen haben. Wie kann man Pädagogen besser schützen?
Garnicht!
H-Vollmilch 18.02.2010
2.
Genauso wie ein Verbot von "Killerspielen" vermutlich alles hätte verhindern können.... Vielleicht haben unsere Politiker ja auch irgendwann mal konstruktive und nützliche Ideen.
der M 18.02.2010
3. Käsemesser
Bewaffnung von Lehrern fördern. 9 mm Beretta, denn was einem Amokläufer hilft, das kann auch einem Opfer das Leben retten. Aber so wie es ausschaut hat er ja "nur" ein Messer benutzt. Vielleicht hatte der Schützenverein keinen Platz mehr *zum Glück*. Aber wie ich die Medien kenne werden sie sich sicher auf die Computerspiele stürzen!
darkwingduck, 18.02.2010
4.
Zitat von sysopSchock in Ludwigshafen: Ein 23-Jähriger hat an einer Berufsschule einen Lehrer getötet - mehrere andere soll er angegriffen haben. Wie kann man Pädagogen besser schützen?
So hier stehen die üblichen Säue bereit: - Killerspiele - Sportschützen - Jäger Wer treibt die Tierchen durchs Dorf?
sneak72, 18.02.2010
5.
Der hat sich bestimmt böse Internetseiten angeschaut, die jetzt gesperrt werden müssen!
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