Bluttat in Wohngebiet Zweite Frau stirbt nach Schüssen in Berlin

Eine Frau starb noch am Tatort, eine weitere erlag später ihren Verletzungen: Mitten in Berlin-Gesundbrunnen hat ein Mann aus nächster Nähe auf ein Auto geschossen. Die Polizei fahndet öffentlich nach dem flüchtigen Schützen - er ist der Ex-Partner einer der Insassinnen.


Berlin - Der tödliche Angriff geschah am Vormittag, gegen 10.20 Uhr: Ein 25-Jähriger feuerte in Berlin-Gesundbrunnen auf ein fahrendes Auto mit vier Insassen. Eine 45-jährige Frau starb am Tatort, eine 22-Jährige später im Krankenhaus. "Sie starb an den Verletzungen, die sie durch die Schüsse erlitten hat", sagte ein Polizeisprecher. Ein drittes Opfer liegt mit Schussverletzungen am Kopf in einer Klinik.

Die Ermittler gehen von einer Beziehungstat aus - und fahnden mit einem Foto nach dem mutmaßlichen Täter. Gesucht werde der 25-jährige Mehmet Y., teilte ein Polizeisprecher mit. Es sei davon auszugehen, dass der Verdächtige immer noch bewaffnet ist. In dem Auto saß den Angaben zufolge auch die 24-jährige Ex-Frau des mutmaßlichen Schützen. Sie habe einen Schock erlitten und werde medizinisch betreut. Opfer und Täter sollen einen türkischen Migrationshintergrund haben.

Ein 36 Jahre alter Augenzeuge, der die Tat von seinem Balkon im 4. Stock eines Nachbarhauses aus beobachtete, sagte dem SPIEGEL, er habe kurz nach 10 Uhr mehrere Personen zu Fuß in die Kolberger Straße einbiegen sehen, darunter zwei Frauen mit Kopftüchern. In einigem Abstand sei der Gruppe ein Mann mit schwarzen Haaren und schwarzer Jacke gefolgt, der jedoch an einer Häuserecke abgewartet habe, bis die fünf in einen dunkelblauen Mitsubishi Carisma gestiegen seien.

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Bluttat in Berlin: Fahndung nach Mehmet Y.
Als der Wagen ausparkte, sei der Schwarzgekleidete auf die Straße gelaufen, habe wortlos eine Waffe gezogen und mehrfach geschossen: zunächst auf die vordere Beifahrerseite, dann auf das rechte Rückfenster des vollbesetzten Autos. Anschließend, so der Zeuge, habe sich der Schütze entfernt und noch einen weiteren, letzten Schuss auf die Heckscheibe des Mitsubishi abgegeben. Die Person am Steuer sei mit dem Kopf gegen das Lenkrad gekippt, für lange Zeit sei die Hupe zu hören gewesen.

Bis auf die Frontscheibe sind laut Polizei alle Fenster des Wagens durchschossen worden. Auf der Beifahrerseite haben den Angaben zufolge drei Projektile das Blech durchschlagen.

hut/dapd/dpa



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