Bluttat Mann erschießt US-Abtreibungsarzt in Kirche

Schreckliche Tat im US-Bundesstaat Kansas: Ein unbekannter Täter hat den auf Abtreibungen spezialisierten Arzt George Tiller in einer Kirche erschossen - während des Gottesdienstes. Es war nicht der erste Anschlag auf den Mediziner.


Washington - Nach Angaben der Polizei hat der noch unbekannte Täter die Schüsse im Eingangsbereich der Kirche in Wichita aus einer Handfeuerwaffe abgegeben. Das Leben von George Tiller, 67, war nicht mehr zu retten. Der Mediziner hinterlässt seine Ehefrau, vier Kinder und zehn Enkelkinder.

Abtransport des Leichnams von George Tiller: In der Kirche erschossen
AP

Abtransport des Leichnams von George Tiller: In der Kirche erschossen

"Es ist eine unbeschreibliche Tragödie", heißt es in einer Mitteilung der Familie. Es sei besonders "herzzerreißend, dass George in seiner Kirche erschossen wurde, einem Ort des Friedens".

Tillers Anwalt sagte, die Schüsse seien während des Gottesdienstes gefallen. Der Täter soll nach seinem Angriff in einem blauen Wagen geflohen sein. Nach Informationen der Nachrichtenagentur AP wurde inzwischen ein 51 Jahre alter Verdächtiger festgenommen.

Tiller gehörte zu den umstrittensten Abtreibungsärzten der USA. In seiner Klinik nahm er seit 1973 Abtreibungen vor - als eines von nur drei Instituten in den USA auch nach der 21. Schwangerschaftswoche. Wegen dieser Einstellung sollen regelmäßig Abtreibungsgegner vor der Klinik, seinem Privathaus und seiner Kirche demonstriert haben. Nach einem Bericht der "New York Times" hatte Tiller schon 1993 bei einem Anschlag Schussverletzungen an beiden Armen erlitten.

Tillers Anwalt behauptete, dass der Mediziner zuletzt sogar das FBI um mehr Engagement beim Schutz seiner Klinik gebeten habe. Er soll demnach einen Anstieg der Proteste befürchtet haben und war anscheinend zunehmend um seine Sicherheit besorgt.

hut/dpa/AP



© SPIEGEL ONLINE 2009
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.