Bochum E-Scooter auf Autobahn geworfen - zwei Männer wegen Mordversuchs verurteilt

In Bochum haben zwei junge Männer vergangenen September einen Unfall ausgelöst: Betrunken ließen sie einen Elektroroller auf die A40 fallen. Nun müssen sie ins Gefängnis.
Die Autobahn 40 in Bochum

Die Autobahn 40 in Bochum

Foto: Bernd Thissen/ dpa

Zwei junge Männer warfen einen Elektroroller auf die Autobahn 40 in Bochum - und sind nun wegen Mordversuchs schuldig gesprochen worden. Das Bochumer Landgericht verurteilte Medienberichten zufolge  einen 18-Jährigen zu drei Jahren Jugendhaft und einen 22-Jährigen zu dreieinhalb Jahren Haft.

Die jungen Männer hatten den 25 Kilogramm schweren E-Scooter eines Mietanbieters im vergangenen September vor einer Tunneleinfahrt über eine Absperrung gehievt und aus neun Metern Höhe auf die Fahrbahn geworfen. Mehrere Autos waren in einen Unfall verwickelt, schwer verletzt wurde niemand. Die Angeklagten hätten Riesenglück gehabt, dass nicht mehr passiert sei, sagte der Richter.

Justizmitarbeiter mit dem E-Scooter im Landgericht

Justizmitarbeiter mit dem E-Scooter im Landgericht

Foto: Bernd Thissen/ dpa

Die beiden angeklagten Freunde hatten sich am Tattag mit Kräuterlikör betrunken. Der 18-Jährige hatte später fast drei Promille Alkohol im Blut. Vor Gericht hatte er erklärt, dass er keinerlei Erinnerung habe. Der 22-Jährige hatte gesagt: "Der Kopf war einfach aus. Wir haben nicht nachgedacht."

Wegen ihres massiven Alkoholmissbrauchs müssen die Angeklagten einen Teil der Freiheitsstrafe in einer geschlossenen Entziehungsanstalt verbringen. Nach ihrer Festnahme im September hatte ein Polizeisprecher den Vorwurf des versuchten Mordes so erklärt: Wer einen so schweren Gegenstand auf eine Straße werfe, nehme den Tod von Menschen billigend in Kauf. Die A40 sei eine der verkehrsreichsten Straßen Nordrhein-Westfalens; ähnliche Fälle, etwa der Wurf eines Baumstamms, seien in der Vergangenheit ebenfalls als versuchter Mord gewertet worden.

kko/dpa
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