Böllerexplosion in Hamburger S-Bahnhof Angeklagter zu langer Haftstrafe verurteilt

An einem S-Bahnhof in Hamburg zündete ein 52-Jähriger zwei mit Schrauben versetzte pyrotechnische Sprengsätze. Jetzt wurde er zu zehn Jahren Haft verurteilt.

Angeklagter im Prozess um eine Explosion auf dem S-Bahnhof Veddel
DPA

Angeklagter im Prozess um eine Explosion auf dem S-Bahnhof Veddel


Im Prozess um eine pyrotechnische Explosion auf dem Hamburger S-Bahnhof Veddel muss ein 52 Jahre alter Deutscher für zehn Jahre ins Gefängnis.

Der Angeklagte hat nach Feststellung des Gerichts am 17. Dezember vergangenen Jahres eine Plastiktüte mit 73 Schrauben und zwei pyrotechnischen Sprengkörpern auf dem Bahnsteig abgestellt und nach dem Einfahren einer S-Bahn gezündet. Der Feuerball verfehlte einen Passanten nur knapp. Ein Fahrgast im Türbereich des Zuges erlitt ein Knalltrauma. Die Scheibe eines Windschutzes ging zu Bruch.

Zur Last gelegt werden dem 52-Jährigen ohne festen Wohnsitz außerdem das Herbeiführen einer Sprengstoffexplosion, gefährliche Körperverletzung und Sachbeschädigung. Der Verteidiger hatte sich für eine Freiheitsstrafe von unter zwei Jahren ausgesprochen. Er sah keinen Beleg für einen Tötungsvorsatz. Zum Prozessauftakt hatte der Angeklagte eingeräumt, zwei sogenannte Polenböller gezündet zu haben. Er habe Leute erschrecken, aber niemanden verletzen wollen.

Der Angeklagte war bereits 1992 wegen der brutalen Tötung eines 53-Jährigen in Buxtehude, der Adolf Hitler als Verbrecher bezeichnet hatte, vom Landgericht Stade zu achteinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Auch danach sei er laut Staatsanwaltschaft mit ausländerfeindlichen Straftaten in Erscheinung getreten. Insgesamt habe er bereits 18 Jahre im Gefängnis gesessen.

ala/dpa

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