Prozess um Säureanschlag Staatsanwalt fordert neun Jahre Haft für Bolschoi-Startänzer

Der frühere Startänzer Pawel Dmitritschenko soll der Drahtzieher hinter der Säure-Attacke auf den Ballettchef des Bolschoi-Theaters gewesen sein. Vor Gericht hat die Staatsanwaltschaft nun eine  lange Freiheitsstrafe gefordert. Auch zwei Komplizen sollen hinter Gitter.

Pawel Dmitritschenko vor Gericht: Haftstrafe für Startänzer gefordert
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Pawel Dmitritschenko vor Gericht: Haftstrafe für Startänzer gefordert


Moskau - Für den Säureanschlag auf den Ballettchef des Moskauer Bolschoi-Theaters soll der mutmaßliche Drahtzieher und frühere Startänzer Pawel Dmitritschenko neun Jahre ins Gefängnis. Das forderte der Staatsanwalt laut der Agentur Interfax in seinem Plädoyer vor Gericht in Moskau. Zudem beantragte er Haftstrafen von zehn Jahren für den mutmaßlichen Täter und von sechs Jahren für einen mutmaßlichen Helfer.

Das Trio habe die Tat lange geplant und gewusst, dass Ballettchef Sergej Filin schwer verletzt werden würde, sagte der Chefankläger.

Filin war am 17. Januar vor seinem Wohnhaus mit Säure attackiert worden und dabei nahezu erblindet. Nach mehreren Operationen in Deutschland kehrte er im September nach Moskau zurück, um seine Arbeit wieder aufzunehmen.

Nach Überzeugung der Ermittler hatte sich Dmitritschenko dafür rächen wollen, dass Filin ihm und seiner damaligen Freundin Anshelina Woronzowa große Rollen verweigerte. Der Tänzer hatte sich vor Gericht entschuldigt und eine moralische Verantwortung zugegeben. Er beteuerte aber, nicht in die konkrete Planung der brutalen Attacke eingebunden gewesen zu sein.

hut/dpa/AFP

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