Landung nach Bombenalarm Kenianische Polizei befragt Air-France-Passagiere

Die Boeing 777 war auf dem Weg von Mauritius nach Paris, als ein Passagier ein Paket mit einer Stoppuhr auf der Toilette gefunden haben soll. Die Maschine landete in Kenia. Dort ermittelt nun die Polizei.

Passagiere von Air-France-Flug 463: Evakuiert nach Bombendrohung
AP

Passagiere von Air-France-Flug 463: Evakuiert nach Bombendrohung


Nach dem Bombenalarm an Bord einer Air-France-Maschine auf dem Weg von Mauritius nach Paris werden nun sechs Passagiere befragt, darunter der Finder des verdächtigen Pakets. Das berichtet die Nachrichtenagentur AP unter Berufung auf einen kenianischen Polizisten. Ob es sich bei dem verdächtigen Gegenstand, der auf einer Toilette gefunden wurde, tatsächlich um eine Bombe handelt, ist noch unklar.

Kenias Innenminister Joseph Nkaissery sprach von einigen Passagieren, die von der Polizei in drei Hotels befragt würden. Örtlichen Medienberichten zufolge konzentrieren sich die Ermittler auf zwei Verdächtige. Die Polizei hat dies bislang offiziell nicht bestätigt.

In der Maschine saßen 459 Gäste und 15 Crewmitglieder. Einer der Passagiere soll auf der Toilette ein "Paket mit einer darauf montierten Stoppuhr" gefunden haben, so AP. Der Mann habe die Crew verständigt, diese habe dann einen Zwischenstopp auf dem Moi International Airport in Kenias zweitgrößter Stadt Mombasa eingeleitet.

"Das Flugzeug ging langsam, langsam, langsam nach unten. Da bemerkten wir, dass etwas nicht stimmte. Aber die Crew war großartig. So blieben wir alle ruhig", berichtete ein Fluggast. Als Vorsichtsmaßnahme seien die Passagiere über Notrutschen aus dem Flugzeug gebracht worden.

In Paris mobilisierte Außenminister Laurent Fabius das Krisenzentrum seines Ministeriums. Gemeinsam mit der französischen Botschaft in Kenia, Air France und den kenianischen Behörden will er dafür sorgen, dass die gestrandeten Passagiere möglichst schnell nach Paris kommen. Das verdächtige Päckchen wird von Sprengstoffexperten untersucht.

"Air France steht in engem Kontakt mit den Behörden, die eine Untersuchung durchführen, um die Herkunft des Alarms und die genaue Art des an Bord gefundenen Objekts zu identifizieren", heißt es in einer Mitteilung der Fluggesellschaft.

In den sozialen Medien war ein Facebookeintrag des kenianischen Flughafenbetreibers Kenya Airports Authority verbreitet worden, in dem von einem Bombenfund die Rede war. Das Wort "Bombe" wurde in diesem Beitrag aber mittlerweile durch "verdächtiger Gegenstand" ersetzt.

vet/AP/dpa



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