Bombendrohung in Australien Polizei überwältigt Geiselnehmer

Mit seiner Tochter betrat er ein Bürogebäude und drohte mit einer Bombe. Dann verschanzte sich ein Vater aus Australien bei einem Anwalt. Die Polizei stürmte schließlich das Gebäude und nahm den Mann fest - er hatte eine Richterperücke getragen.

Ende einer Geiselnahme: Polizisten führen den Täter ab
REUTERS

Ende einer Geiselnahme: Polizisten führen den Täter ab


Sydney - Elf Stunden dauerte das Drama, dann griff die australische Polizei ein: Die Geiselnahme in einem Anwaltsbüro in Sydney ist glimpflich ausgegangen. Sicherheitskräfte stürmten das Gebäude und nahmen einen 52-jährigen Mann fest. Er hatte seine zwölfjährige Tochter in einem Anwaltsbüro festgehalten und gedroht, das Gebäude mit einer Bombe in seinem Rucksack in die Luft zu sprengen.

Kurz vor der Stürmung kam das Mädchen schreiend aus dem Haus gerannt, berichteten Beobachter im Fernsehen. Es sei verstört, aber wohlauf. Eine Augenzeugin hatte zuvor erlebt, wie der Mann in Begleitung eines jungen Mädchens, das ihn "Dad" nannte, das Bürogebäude in Sydney betreten hatte. Er habe die Frau aufgefordert, einen ihr unbekannten Mann sowie die Staatsanwaltschaft anzurufen, um ihnen zu sagen, dass er eine Bombe bei sich trage. Dann sei er eine Treppe hinaufgegangen und im Büro eines Anwalts verschwunden.

Die Polizei hatte dann den Bereich um die Kanzlei abgeriegelt, mehrere Gebäude im Umkreis wurden evakuiert. Nach Polizeiangaben stellte der Mann mehrere Forderungen. Das Motiv war zunächst unklar.

Auf Fernsehbildern war zu sehen, wie er mit nacktem Oberkörper aus einem Fenster im zweiten Stock blickte. Auf seinem Kopf trug er eine Perücke, die in Australien Anwälte und Richter vor Gericht tragen. Auf den Aufnahmen war auch zu sehen, wie der Mann die Perücke abnahm, um auf sie zu spucken.

Später schleuderte er eine Glasflasche gegen das Fenster. Er schrie durch das entstandene Loch in der Scheibe und warf zuerst die Flasche und anschließend ein Telefon-Headset aus dem Fenster.

jbr/dapd



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