Prozess in Bonn Junger Mann wegen Mordes an 17-Jähriger in Sankt Augustin verurteilt

Im Prozess um den gewaltsamen Tod einer 17-Jährigen in Sankt Augustin hat das Bonner Landgericht den Angeklagten schuldig gesprochen. Brian S. wurde wegen Mordes zur Jugendhöchststrafe verurteilt.

Angeklagter Brian S., Verteidiger Michael Kurth (Archiv): Prozess am Bonner Landgericht
Federico Gambarini/DPA

Angeklagter Brian S., Verteidiger Michael Kurth (Archiv): Prozess am Bonner Landgericht


Das Landgericht Bonn hat Brian S. wegen Mordes zu zehn Jahren Haft verurteilt. Das ist die höchste Jugendstrafe, die verhängt werden kann. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der junge Mann eine 17-Jährige in Sankt Augustin getötet hat. Es folgte mit dem Strafmaß der Forderung der Staatsanwaltschaft. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Der Deutsch-Kenianer hatte die Schülerin laut Anklage in der Nacht zum 1. Dezember 2018 in seinem Zimmer in einer Obdachlosenunterkunft vergewaltigt und anschließend zur Vertuschung der Tat erstickt. Zur Tatzeit soll S. noch 17 Jahre alt gewesen sein.

Die junge Frau hatte er am Tag vor der Tat in Bonn kennengelernt. In der Nacht begleitete sie ihn in seine Unterkunft, nachdem sie den letzten Zug nach Hause verpasst hatte. Nach dem sexuellen Übergriff soll die aus dem benachbarten Rheinland-Pfalz stammende 17-Jährige gedroht haben, S. bei der Polizei anzuzeigen. Daraufhin - so die Staatsanwältin - habe der Angeklagte die Jugendliche getötet.

Der Tatort: Obdachlosenunterkunft in Sankt Augustin
FRIEDEMANN VOGEL/EPA-EFE/REX

Der Tatort: Obdachlosenunterkunft in Sankt Augustin

Die Nebenklagevertreter von Mutter, Vater und Schwester der Getöteten schlossen sich dem Plädoyer der Staatsanwältin an. Die Verteidiger des Angeklagten plädierten auf Körperverletzung mit Todesfolge. Die Strafhöhe stellten sie in das Ermessen des Gerichts.

Der Prozess vor dem Bonner Jugendschwurgericht fand seit dem zweiten Verhandlungstag unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Die Ermittler waren zunächst davon ausgegangen, dass der Angeklagte zur Tatzeit 19 Jahre alt und somit heranwachsend war. Zum Prozessauftakt hatte der Angeklagte jedoch erklärt, dass er zwei Jahre jünger sei, was aus Sicht des Gerichts nicht zu widerlegen war.

wit/dpa



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