Bonn Mann wegen Angriffs auf jüdischen Professor angeklagt

Der jüdische Philosophie-Professor Jitzchak Jochanan Melamed wurde im Sommer 2018 in Bonn attackiert. Nun hat die Staatsanwaltschaft Anklage gegen einen 21-Jährigen erhoben - unter anderem wegen Volksverhetzung.


Nach einem Angriff auf einen jüdischen Professor im vergangenen Sommer hat die Staatsanwaltschaft Bonn einen 21-Jährigen angeklagt. Dem Mann werde Volksverhetzung und Körperverletzung vorgeworfen. Wann der Prozess vor dem Bonner Amtsgericht beginnt, stehe noch nicht fest, sagte eine Gerichtssprecherin.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Deutschen mit palästinensischen Wurzeln vor, im Juli 2018 den in den USA lehrenden Philosophie-Professor Jitzchak Jochanan Melamed beschimpft, ihm mehrfach die Kippa vom Kopf geschlagen und ihn schließlich geboxt und getreten zu haben.

Der Vorfall hatte auch viel Aufsehen erregt, weil herbeigerufene Polizeibeamte Melamed irrtümlich für den Angreifer gehalten und überwältigt hatten. Einer der Beamten schlug ihm dabei ins Gesicht. Ein Ermittlungsverfahren gegen vier Bonner Polizisten wegen Körperverletzung sowie Strafvereitelung im Amt wurde im März wegen eines "Irrtums in einer unübersichtlichen Lage" eingestellt. Der Professor hatte dies scharf kritisiert. Im Prozess gegen den 21-Jährigen will er als Nebenkläger auftreten.

Der Angeklagte hatte nach der Tat bei der Polizei ausgesagt, dass er "völlig stoned" gewesen sei. Der drogenabhängige Mann ist mehrfach vorbestraft. Zuletzt wurde er im September 2018 wegen Supermarkt-Überfällen zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

bbr/dpa



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