Anschlag auf Mannschaftsbus Neue Indizien belasten mutmaßlichen BVB-Attentäter

Der Verdacht gegen den mutmaßlichen BVB-Attentäter Sergej W. erhärtet sich: In der Wohnung des 28-Jährigen schlugen nach Informationen des SPIEGEL Sprengstoffhunde an.
BVB-Mannschaftsbus nach dem Anschlag

BVB-Mannschaftsbus nach dem Anschlag

Foto: Marcel Kusch/ dpa

Nach dem Anschlag auf den Mannschaftsbus von Borussia Dortmund verfügen die Ermittler nach Informationen des SPIEGEL über mehr belastende Indizien gegen den Hauptverdächtigen Sergej W. als bislang bekannt. Sprengstoffhunde schlugen sowohl an seinem Bett in seiner Wohnung in Rottenburg als auch an seinem Spind bei der Arbeit an (Diese Meldung stammt aus dem SPIEGEL. Den neuen SPIEGEL finden Sie hier.)

Ermittler fanden zudem bei den Eltern des Verdächtigen einen Vogelkasten aus braunem Beton, der mit einer Bohrung versehen und in dem Plastikband verarbeitet war - ein mögliches Versteck für einen Sprengsatz, vermuten die Ermittler. Zudem entdeckten sie an W.s Arbeitsplatz und seinem Spind offenbar Spuren von Wasserstoffperoxid.

Die kriminaltechnischen Untersuchungen haben inzwischen ergeben, dass bei dem Attentat selbst zusammengemischter Sprengstoff auf der Basis von Wasserstoffperoxid verwendet wurde. Untersuchungen zu Flüssigkeiten und Pulvern, die Ermittler bei ihren Durchsuchungen sicherstellten, laufen noch. Sergej W. bestreitet die Tat.

Am Dienstag gab der Generalbundesanwalt die Ermittlungen zu der Tat an die Staatsanwaltschaft Dortmund ab. Zur Begründung hieß es, bislang hätten sich keine Hinweise auf einen terroristischen Hintergrund der Tat ergeben.

Ermittler vermuten vielmehr Habgier als Motiv. Sergej W. soll mit geliehenem Geld am Tag des Anschlags sogenannte Put-Optionen gekauft haben, um nach dem Anschlag am sinkenden Kurs der BVB-Aktie zu verdienen. Dafür wollte der 28-Jährige laut Bundesanwaltschaft möglichst viele BVB-Spieler töten.

Der Anschlag war am 11. April vor dem Champions-League-Spiel der Dortmunder gegen den AS Monaco verübt worden. Dabei wurden Innenverteidiger Marc Bartra und ein Polizist verletzt.

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