Bewährungsstrafe Amtsgericht in Brandenburg verurteilt früheren Lehrer wegen Nazitattoos

Ein ehemaliger Lehrer hatte seine Tätowierungen offen vor seinen Schülern gezeigt – unter anderem einen Wahlspruch der SS. Das Amtsgericht Oranienburg verurteilte ihn nun. Der 37-Jährige bestreitet eine rechtsextreme Gesinnung.
Das Amtsgericht Oranienburg verurteilte den 37-Jährigen zu einer Bewährungsstrafe

Das Amtsgericht Oranienburg verurteilte den 37-Jährigen zu einer Bewährungsstrafe

Foto: Arne Dedert/ picture alliance / dpa

Weil er seine rechtsextreme Tätowierung vor Schülern gezeigt hat, ist ein Lehrer im brandenburgischen Oranienburg zu einer Bewährungsstrafe von drei Monaten verurteilt worden. Der Mann sei des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen schuldig gesprochen worden, teilte eine Sprecherin des Amtsgerichts Oranienburg am Montagabend mit.  

Der Mann war im Juli 2018 auf einem Schulfest am Bernsteinsee (Barnim) als Schiedsrichter im Einsatz gewesen. Als er sein T-Shirt auszog, kamen der Wahlspruch der SS, "Meine Ehre heißt Treue", sowie weitere rechte Tattoos zum Vorschein. Ein Zeuge fotografierte den Lehrer mit blankem Oberkörper. Die Hennigsdorfer Oberschule (Oberhavel) kündigte dem 37-Jährigen daraufhin. 

Mit einer Klage gegen diese Kündigung war er im Dezember 2019 erfolgreich. Die Entscheidung fiel dabei nach Gerichtsangaben allerdings aus rechtlich-formalen Gründen, weil das Land Brandenburg dem Personalrat bestimmte Begründungen für die Kündigung vor dem Vollzug nicht mitgeteilt hatte.

Der Mann hatte im Prozess laut Sprecherin bestritten, eine rechte Gesinnung zu haben. Nach seinen Angaben habe er die Tattoos gemacht, weil er sich erst für die Wikinger und später dann für die Germanen interessiert habe.

Das Gericht befand jedoch, dass es auf die Gesinnung nicht ankomme. "Allein das Verwenden der Kennzeichen unabhängig von der Gesinnung ist strafbar", hieß es seitens des Gerichts.

pgo/dpa/AFP
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