Ermittlungen gegen 47-Jährige "Reichsbürgerin" soll zum Ausspähen von Beamten aufgerufen haben

Die Staatsanwaltschaft Neuruppin ermittelt gegen eine "Reichsbürgerin". Sie soll Steckbriefe von Beamten veröffentlicht und zu deren Bespitzelung aufgerufen haben.

Landgericht in Neuruppin (Archivbild)
DPA

Landgericht in Neuruppin (Archivbild)


Eine 47 Jahre alte "Reichsbürgerin" soll versucht haben, Justizbeamte zu erpressen. Außerdem habe sie Steckbriefe veröffentlicht und dazu aufgerufen, die Betroffenen und ihre Familien auszuspähen. Das berichten unter anderem der Sender RBB und die "Märkische Allgemeine".

Demnach soll die Frau Steckbriefe mit Bildern und weiteren Angaben ins Internet gestellt haben. Betroffen waren offenbar mehrere Justizbeamte, darunter der Präsident des Landgerichtes Neuruppin, Egbert Simons, sowie fünf weitere Richter und Staatsanwälte. Außerdem habe sie laut einem Sprecher gedroht, fiktive Geldforderungen durchzusetzen, und Beamte unter Druck gesetzt. Man ermittle unter anderem wegen versuchter Erpressung und Beleidigung.

Die Beschuldigte hatte den Angaben zufolge bereits früher Ärger mit der Justiz. Sie sei wegen Beleidigung verurteilt worden. Die Veröffentlichung der Steckbriefe sei offensichtlich eine Reaktion darauf.

Bereits im vergangenen Oktober hatte es laut RBB eine Durchsuchung bei der Frau gegeben. Die beschlagnahmten Beweismittel würden noch ausgewertet.

Sogenannte Reichsbürger erkennen die Bundesrepublik Deutschland nicht als Staat an und weigern sich oftmals, Steuern oder Bußgelder zu zahlen. Der Verfassungsschutz geht bundesweit von etwa 12.600 Anhängern aus.

jpz



© SPIEGEL ONLINE 2019
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.