Selbsternannter Wunderheiler Brasilianischer Guru wegen sexuellen Missbrauchs zu 40 Jahren Haft verurteilt

Er nannte sich "João de Deus" und versprach Hunderten Frauen Heilung. Nun hat ein Gericht in Brasilien den 78-Jährigen wegen sexuellen Missbrauchs schuldig gesprochen.
João Teixeira de Faria (Archiv): 40 Jahre Gefängnis

João Teixeira de Faria (Archiv): 40 Jahre Gefängnis

Foto: Marcelo Camargo/ dpa

Der vermeintliche Wunderheiler João Teixeira de Faria, bekannt als "João de Deus" (Johannes von Gott), ist wegen sexuellen Missbrauchs zu 40 Jahren Gefängnis verurteilt worden. Mit dem Urteil folgte die Richterin der Anklage der Staatsanwaltschaft des zentralbrasilianischen Bundesstaates Goiás, wo der 78-Jährige in der Gemeinde Abadiânia sein spirituelles Zentrum führte.

Das Gericht sah es in dem Prozess als erwiesen an, dass sich Faria an fünf Frauen vergangen hat. Insgesamt haben Hunderte Frauen - unter ihnen auch Deutsche und Schweizerinnen - Vorwürfe wegen sexuellen Missbrauchs erhoben.

Missbrauchsvorwürfe gegen Faria hatte es immer wieder gegeben. Aber erst nachdem eine niederländische Choreografin im brasilianischen Fernsehen von ihren Erfahrungen erzählt hatte, bekamen die Fälle in der Öffentlichkeit Aufmerksamkeit. Auch die weltweite #MeToo-Bewegung trug dazu bei, dass die Ermittlungen ins Rollen kam.

Im Dezember 2018 stellte sich Faria der Polizei. Im November 2019 wurde er wegen unerlaubten Waffenbesitzes zu vier Jahren im halboffenen Vollzug, im Dezember 2019 wegen sexuellen Missbrauchs zu 19 Jahren im geschlossenen Vollzug verurteilt. Faria hat die Vorwürfe stets bestritten. Die Verteidigung kann in Berufung gehen.

wit/dpa
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