Neues Gesetz in Brasilien Oberstes Gericht erklärt Homophobie zur Straftat

In Brasilien ist die Diskriminierung von Homo- und Transsexuellen ab sofort strafbar. Bei Vergehen drohen bis zu fünf Jahre Haft. Pikant: Auch der Präsident des Landes hatte sich immer wieder homophob geäußert.

Teilnehmer einer Schwulenparade in Rio de Janeiro
AFP

Teilnehmer einer Schwulenparade in Rio de Janeiro


In Brasilien hat das Oberste Gericht Homophobie zur Straftat erklärt. Das berichteten zahlreiche Medien übereinstimmend. In der Abstimmung votierten sechs von insgesamt elf Richtern für einen entsprechenden Gesetzesentwurf. Ab sofort könne Diskriminierung von Homo- und Transsexuellen mit einem bis fünf Jahren Gefängnis geahndet werden, wie das Gericht in der Hauptstadt Brasília mitteilte.

Dieser Schritt war schon länger von der Homosexuellenbewegung gefordert worden. Aktivisten bezeichneten das Ergebnis als Meilenstein in der brasilianischen Justizgeschichte.

Im größten Land Südamerikas hatten Anfeindungen gegen Schwule, Lesben und Transsexuelle in den vergangenen Jahren zugenommen. Allein 2018 seien mehr als 400 Menschen wegen ihrer sexuellen Orientierung angegriffen worden. Das hatte die Organisation Grupo Gay de Bahia berichtet.

Der Präsident des Landes, Jair Bolsonaro, hatte in der Vergangenheit immer wieder mit homophoben Sprüchen Entsetzen ausgelöst. Unter anderem hatte der ultrarechte Politiker gesagt, dass er nicht wolle, dass aus seinem Heimatland "ein Paradies für schwule Touristen" würde. Im Wahlkampf hatte er gesagt, dass er lieber "einen toten als einen schwulen Sohn" haben wolle.

bam

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