Brasilien Deutscher Diplomat soll Ehemann getötet haben

In Rio de Janeiro meldete ein deutscher Diplomat den Tod seines Ehemanns – dieser sei krank gewesen. Die Polizei fand jedoch Anzeichen für Gewalteinwirkung.
In diesem Haus in Rio de Janeiro lebte der deutsche Diplomat mit seinem Mann

In diesem Haus in Rio de Janeiro lebte der deutsche Diplomat mit seinem Mann

Foto: Andre Borges / AFP

Ein deutscher Diplomat ist in Brasilien unter dem Verdacht festgenommen worden, seinen Ehemann getötet zu haben. Wie die Polizei in Rio de Janeiro mitteilte, hatte sich der Diplomat selbst bei den örtlichen Behörden gemeldet und erklärt, sein aus Belgien stammender Mann sei Freitag Nacht krank geworden und zusammengebrochen. Dabei habe er sich tödliche Kopfverletzungen zugezogen.

Untersuchungen an der Leiche und in der Wohnung des Paars im schicken Strandviertel Ipanema widersprächen aber dieser Darstellung, erklärte Camila Lourenço von der Polizei in Rio in den sozialen Medien.

Diplomat soll Spuren beseitigt haben

Es seien blaue Flecken an der Leiche gefunden worden, unter anderem am Oberkörper, die von Tritten stammen dürften. Auch gebe es Verletzungen, die »auf einen Angriff mit einem zylindrischen Gegenstand« hindeuteten. »Die Leiche schreit die Umstände ihres Todes geradezu heraus«, schrieb Lourenco.

Auf Instagram veröffentlichte die Polizei Fotos, die offenbar Blutflecken auf dem Boden und an den Möbeln in der Wohnung des Paars zeigten.

Örtliche Medien berichteten, der deutsche Diplomat, der im Generalkonsulat in Rio arbeite, habe versucht, vor dem Eintreffen der Polizei Spuren zu beseitigen. Er habe zudem ausgesagt, dass sein Mann zuletzt viel getrunken und Schlafpillen genommen habe. Der deutsche Diplomat und sein belgischer Partner waren den Berichten zufolge seit mehr als 20 Jahren verheiratet.

Aus dem Auswärtigen Amt in Berlin hieß es am Sonntag, die deutsche Botschaft in Brasília und das Generalkonsulat in Rio de Janeiro stünden mit den ermittelnden brasilianischen Behörden »in engem Kontakt«. Zu Details wollte sich das Ministerium nicht äußern.

hba/AFP
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