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29. Juli 2016, 09:48 Uhr

Brasilien

Polizei deckt Kinderprostitutions-Ring am Olympiapark auf

Eine Woche vor Beginn der Olympischen Spiele hat die Polizei in Rio de Janeiro die Hintermänner eines Kinderprostitutionsrings aufgespürt. Sie sollen "Sexprogramme" während der Wettkämpfe geplant haben.

In einer Wohnanlage in unmittelbarer Nähe des Olympiaparks hat die Polizei in Rio de Janeiro am Donnerstag einen Kinderprostitutionsring aufgedeckt. Die Staatsanwaltschaft hatte die Operation im Stadtteil Barra da Tijuca aufgrund einer anonymen Anzeige in die Wege geleitet, wie brasilianische Medien berichten.

Eine Gruppe soll bereits Kinder für "Sexprogramme" während der Olympischen Sommerspiele angeworben haben. Die Minderjährigen seien dabei auf Anzeigen in sozialen Netzwerken unter dem Stichwort "Modeltraum" reingefallen. "Es besteht der Verdacht auf Verbindung zum internationalen Kinderhandel", sagte Staatsanwalt Marcio Mothé. Zwei Personen, die die Apartments angemietet haben, werden per Haftbefehl gesucht.

Die Polizei in Rio de Janeiro hat zudem einen weiteren Mann wegen des Verdachts auf terroristische Aktivitäten festgenommen. Der Mann habe sich im Internet zur Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) bekannt, teilte Brasiliens Justizminister Alexandre de Moraes mit.

Terrorverdächtige festgenommen

Bei dem Verdächtigen handelt es sich nach Angaben der Polizei um einen 34 Jahre alten Brasilianer mit libanesischen Wurzeln. Der Mann, der sich wegen illegalen Waffenbesitzes schon einmal in Polizeigewahrsam befand, sei bereits vor der WM 2014 aufgrund terroristischer Aktivitäten ins Visier der Ermittler geraten. Der Anwalt des Verdächtigen wies die Anschuldigungen zurück.

Erst vor einer Woche hatte die brasilianische Bundespolizei rund ein Dutzend Terrorverdächtige festgenommen, die einen Anschlag auf die Olympischen Spiele verüben wollten. Die Gruppe soll Medienberichten zufolge an konkreten Plänen gearbeitet haben und sei im Zuge eines neuen Anti-Terror-Gesetzes festgenommen worden.

Die Ermittlungsbehörden erklärten, es werde untersucht, ob es sich um eine Zelle der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) handele. Das Justizministerium teilte mit, die Polizei habe eine Gruppe zerschlagen, die Terroranschläge in neun brasilianischen Bundesstaaten geplant habe.

Kürzlich hatte erstmals eine islamistische Gruppe in Brasilien dem sogenannten IS Unterstützung zugesichert. Rund 85.000 Sicherheitskräfte sollen die ersten Olympischen Sommerspiele in Südamerika (5. August bis 21. August) schützen.

mxw/sid

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