Urteil in Braunschweig Absichtliches Anhusten ist Körperverletzung – und kann teuer werden

Wer während der Pandemie absichtlich andere Menschen anhustet, macht sich strafbar: Das stellte ein Braunschweiger Gericht nun fest – und verhängte ein Schmerzensgeld.

Ein absichtliches Anhusten während der Corona-Pandemie kann ein Schmerzensgeld zur Folge haben. Denn solch ein Verhalten ist als »eine vorsätzliche Gesundheits- und Körperverletzung zu qualifizieren«, entschied das Amtsgericht Braunschweig im jetzt bekannt gegebenen Urteil vom 11. Dezember (Az.: 112 C 1262/20).

Konkret ging es um eine Hustenattacke Anfang April 2020 auf dem Altstadtmarkt in Braunschweig. Der Kläger, ein Angestellter der Stadt, war auf dem Marktgelände für die dortige Sicherheit zuständig und damit auch für die Einhaltung des Mindestabstandes zwischen den Marktbesuchern.

Als ein Mann in einer Warteschlange den Sicherheitsabstand nicht einhielt, kam es zu einem Streit. Der Mann zeigte sich nicht nur beleidigend und uneinsichtig, er trat aus Verärgerung auch ganz nah an den Kläger heran und hustete ihm bewusst ins Gesicht, wie es in einer Mitteilung des Gerichts  heißt.

»Erhebliche psychische Belastung«

Dieses Verhalten kostet 250 Euro Schmerzensgeld, befand das Amtsgericht. Es habe nicht nur eine hohe Gefahr einer Infektion des Gegenübers mit dem Sars-CoV-2-Virus bestanden, sondern auch eine erhebliche psychische Belastung des Klägers, sich angesteckt zu haben und möglicherweise zu erkranken. Nach dem Vorfall befand sich der Kläger für zwei Wochen in Quarantäne.

Ob die beiden Beteiligten tatsächlich infiziert waren, konnte nicht festgestellt werden. Damals habe es an Kapazitäten gemangelt, Menschen ohne Symptome zu testen.

mxw/jur
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