Abgeschobener Intensivtäter Ibrahim Miri zurück in Bremen - Gericht ordnet Abschiebehaft an

Ibrahim Miri darf nach seiner Abschiebung nicht mehr nach Deutschland einreisen - dennoch ist das Clan-Mitglied wieder in Bremen. Laut seinem Anwalt beantragte er Asyl.

Ibrahim Miri: Verdächtiger bei zahlreichen Straftaten (Archivfoto von 2014)
Carmen Jaspersen/ DPA

Ibrahim Miri: Verdächtiger bei zahlreichen Straftaten (Archivfoto von 2014)


Wenige Monate nach seiner Abschiebung in den Libanon ist Ibrahim Miri, führendes Mitglied des Bremer Miri-Clans, zurück in der Hansestadt. Das bestätigte die Bremer Innenbehörde. "Es besteht ein Einreise- und Aufenthaltsverbot. Die Einreise erfolgte daher offensichtlich auf illegalem Wege, entsprechende strafrechtliche Ermittlungen wurden eingeleitet", sagte Sprecherin Karen Stroink.

Nach Informationen des SPIEGEL hat das Amtsgericht Bremen inzwischen Abschiebehaft bis zum 2. Dezember gegen Miri angeordnet.

Miri sei vor einigen Tagen eingereist, hatte dessen Anwalt Albert Timmer dem Regionalmagazin "buten un binnen" gesagt, das zuerst über die Rückkehr berichtet hatte. Er habe schriftlich Asyl für seinen Mandanten beantragt, sagte der Jurist. Miri sei nach Bremen zurückgekehrt, weil er im Libanon mit dem Tod bedroht worden sei.

Nach SPIEGEL-Informationen war Miri beim Besuch der Bremer Außenstelle des BAMF wegen illegaler Einreise ins Bundesgebiet vorläufig festgenommen worden.

Vor seiner Abschiebung im Juli war Miri laut einem Bescheid der Bremer Innenbehörde, der dem SPIEGEL vorliegt, mit einer Einreisesperre von sieben Jahren belegt worden. (Lesen Sie hier mehr zu dem Fall).

Dem Bericht von "buten un binnen" zufolge zeigte sich Miri laut seinem Anwalt "wegen seiner Einreise ohne erforderliches Visum und Pass" selbst an. Des weiteren habe er beim Bremer Verwaltungsgericht gegen die Innenbehörde Klage eingereicht, da die Abschiebung rechtswidrig gewesen sei.

Miri ist Verdächtiger bei rund 150 Straftaten. Er wurde in Deutschland etliche Male wegen Drogenhandels, Erpressung, Entführung verurteilt. Polizeilichen Erkenntnissen zufolge war er Präsident der verbotenen Rockergruppe Mongols MC. Er wurde dafür zu sechs Jahren Haft verurteilt. Mehr als zwei Jahrzehnte hatte Deutschland erfolglos versucht, ihn auszuweisen.

bbr/gud/rol/dpa



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