Prozessauftakt in Bremen Der Pastor, der zum Hass angestachelt haben soll

Er sprach im Zusammenhang mit Homosexualität von »Verbrechern«: In Bremen hat der Prozess gegen den Pastor Olaf Latzel begonnen. Er ist wegen Volksverhetzung angeklagt.
Pastor Olaf Latzel: Angeklagt wegen Volksverhetzung

Pastor Olaf Latzel: Angeklagt wegen Volksverhetzung

Foto: Sina Schuldt / dpa

In Bremen hat der Prozess gegen einen evangelischen Pastor begonnen, der sich abwertend über Homosexuelle geäußert hatte. Olaf Latzel muss sich vor dem Amtsgericht wegen des Vorwurfs der Volksverhetzung verantworten.

Er habe mit seinen Äußerungen zum Hass angestachelt, sagte Staatsanwalt Florian Maß. Der Geistliche habe bei einem Eheseminar 2019, das als Audiodatei auch auf YouTube eingestellt wurde, unter anderem von »Genderdreck« und einer »Homo-Lobby« gesprochen .

Der Verteidiger von Pastor Olaf Latzel übte dagegen Kritik an der Staatsanwaltschaft. Er warf ihr vor, bewusst mit falschen Informationen Stimmung gegen seinen Mandaten gemacht zu haben. Entgegen einer Pressemitteilung  der Staatsanwaltschaft vom 2. Juli habe Latzel nie Menschen als »Genderdreck« und Homosexuelle auch nie generalisierend als Verbrecher bezeichnet. Die über eineinhalbstündige Audiodatei wurde in der Verhandlung abgespielt.

Dort referiert der Pfarrer die bibeltheologische Auslegung der Ehe und spricht dabei auch über angebliche Gefahren für die Ehe. In diesem Zusammenhang sagt er, dass der »ganze Genderdreck eine Art Angriff auf Gottes Schöpferordnung« sei. Zudem: »Überall laufen diese Verbrecher rum vom CSD (Christoper Street Day), feiern Partys und am Rathaus hängt die Regenbogenflagge. Das sind bewusst antichristliche Dinge, mit denen die Ehe torpediert wird.«

Latzels Anwalt sagte weiter, dass nicht sein Mandant die Datei ins Internet gestellt habe, sondern ein Gemeindemitglied. Das Eheseminar sei nicht zur Veröffentlichung bestimmt gewesen. Den rund 30 anwesenden Ehepaaren hatte Latzel am 19. Oktober 2019 gesagt: »Das bleibt alles hier und wird nicht rausgehauen über den Äther und nicht übertragen.«

bbr/dpa