Vandalismus Tatverdächtiger gesteht Koranschändung in Bremer Moschee

Ein 34-Jähriger wurde in Schleswig festgenommen, als er in einer Moschee randaliert haben soll. Der Mann hat nun gestanden, auch für Koranschändungen in Bremen im Juni verantwortlich zu sein.

Paul Zinken/ DPA

Die Polizei in Schleswig-Holstein hat nach Vandalismus und einer Koranschändung einen Tatverdächtigen in einer Moschee ermittelt. Der Iraker gestand nach seiner Festnahme eine weitere Tat in Bremen. Das sagten Sprecher der Staatsanwaltschaften in Flensburg und Bremen.

Demnach räumte der 34-jährige Flüchtling bei einer Vernehmung ein, im Juni in einer Bremer Moschee rund 50 Korane zerrissen und diese teilweise in Toiletten geworfen zu haben.

Beide Vorfälle hatten bundesweit große Empörung ausgelöst und Sorgen vor islamfeindlichen Übergriffen befeuert. Auch mögliche Verbindungen zu weiteren Taten in anderen Bundesländern sollen nun geprüft werden. Die Motive des Verdächtigen sind nach Angaben der Ermittler bislang noch unklar.

Möglichkeit einer "islamfeindlichen Motivation"

Einem Sprecher der Bremer Staatsanwaltschaft zufolge bezeichnet sich der Mann selbst als Jeside. Dabei handelt es sich um eine kurdischsprachige religiöse Minderheit im Irak, an der die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat während ihrer Herrschaft einen Völkermord verübte. Männer wurden getötet und Frauen versklavt.

Laut einer Sprecherin der Staatsanwaltschaft in Flensburg, die die Ermittlungen führt, scheidet ein "fremdfeindlicher Hintergrund" nach derzeitigem Ermittlungsstand aus, eine "islamfeindliche Motivation" sei aber möglich.

Angesichts der neuen Erkenntnissen seien nun Ermittler in anderen Bundesländern informiert worden. Gegebenenfalls werde die Bearbeitung der Fälle dann auch zentral zusammengeführt.

Der Mann war vor etwa einer Woche nach Sachbeschädigungen in einer Moschee in Schleswig festgenommen worden, hieß es von der Polizei. Dort waren in den vergangenen Monate mehrere Vandanlismusschäden entdeckt worden.

50 beschädigte Korane in Bremen

In einem Fall wurden ein Koran zerrissen und die Buchseiten in eine Toilette geworfen. Es wurden Armaturen aus Waschbecken eines Waschraum gebrochen und nach Polizeiangaben nicht näher bezeichnete "Schmierereien" hinterlassen.

Bei der Attacke in Bremen waren in einer Moschee in Bahnhofsnähe vor etwa drei Monaten rund 50 Korane beschädigt, teils zerrissen und in Toiletten gestopft worden. Vor allem diese Tat erregte bundesweit großes Aufsehen. Warum sich der Verdächtige in Bremen aufgehalten haben könnte, ist unklar.

Es könne sich auch um einen Zufall handeln, sagte die Sprecherin der Flensburger Staatsanwaltschaft. Der Mann lebt in Schleswig-Holstein.

bbr/AFP

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