Sexuelle Gewalt in US-Filmbranche Sechs Frauen erheben Vorwürfe gegen Regisseur Brett Ratner

Der Skandal in der Filmbranche weitet sich aus: Mehrere Frauen berichteten laut der "Los Angeles Times" von sexuellen Übergriffen durch den Regisseur Brett Ratner. Dessen Anwalt bestreitet die Vorwürfe.
Brett Ratner (im März 2016)

Brett Ratner (im März 2016)

Foto: Kevin Winter/ Getty Images

Nach Harvey Weinstein, James Toback und Kevin Spacey werden nun Anschuldigungen gegen einen weiteren Filmschaffenden laut: Sechs Frauen werfen dem Regisseur Brett Ratner vor, sie sexuell belästigt zu haben. Das berichtet die "Los Angeles Times" .

Eine von ihnen ist die Schauspielerin Olivia Munn. 2004, bei einem Besuch am Set von Ratners Film "After the Sunset", habe der Regisseur in seinem Wohnwagen vor ihr masturbiert, so Munn. Sie habe den Vorfall bereits 2010 in einer Essaysammlung geschildert, ohne Ratner namentlich zu nennen.

Die "Los Angeles Times" berichtet von weiteren Vorfällen, in denen Ratner Schauspielerinnen aggressiv nachstieg. Bisweilen sei er ihnen bis ins Badezimmer gefolgt. Eri Sasaki, eine Statistin im Film "Rush Hour 2", sagte der Zeitung, Ratner habe ihr eine Rolle mit Text für den Fall angeboten, dass sie mit ihm schlafe.

Olivia Munn (im Februar 2016)

Olivia Munn (im Februar 2016)

Foto: VALERIE MACON/ AFP

Die Schauspielerin Natasha Henstridge schilderte einen Vorfall, der sich in den frühen Neunzigerjahren in Ratners Wohnung in New York ereignet haben soll. Sie war damals 19 Jahre alt und arbeitete als Model. Ratner war Anfang 20.

Die beiden sahen demnach gemeinsam mit Freunden fern. Henstridge sei vor dem Fernseher eingeschlafen. Als sie aufwachte, sei außer ihr und Ratner niemand mehr da gewesen. Ratner habe sich in den Türrahmen gestellt, so dass sie die Wohnung nicht habe verlassen können. Anschließend habe er sie zum Oralsex gezwungen.

In keinem der Fälle sei die Polizei eingeschaltet worden, berichtet die "Los Angeles Times". Auch habe es keine außergerichtlichen Einigungen gegeben. Ratners Anwalt bestritt die Vorwürfe "kategorisch".

Der 48-jährige Ratner erlangte durch Filme wie "Rush Hour", "X-Men: The Last Stand" und "The Revenant", an dem er als Produzent mitarbeitete, Bekanntheit.

asa/AP
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