Britischer Abhörskandal Gericht veröffentlicht Kates Mailbox-Nachrichten

Prinz William berichtet von einer Militärübung und lädt zur Jagd ein: Vor Gericht hat die Anklage Mailbox-Nachrichten verlesen, die der Thronfolger auf dem Handy seiner heutigen Frau Kate hinterließ. Sie waren in den Unterlagen eines berüchtigten Privatdetektivs gefunden worden.

Prinz William, Herzogin Kate: "Hey Baby"
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Prinz William, Herzogin Kate: "Hey Baby"


London - Im Prozess um den Abhörskandal britischer Boulevardzeitungen sind vor Gericht Mailbox-Nachrichten verlesen worden, die der Privatdetektiv Glenn Mulcaire offenbar von Kate Middletons Handy abgefangen hatte. Die Aufnahmen waren in den Unterlagen des Privatermittlers gefunden worden.

Die Mailbox-Nachrichten stammen aus dem Jahr 2006, hinterlassen wurden sie von Prinz William, der zu dieser Zeit an der Militärakademie Sandhurst ausgebildet wurde. In einer Nachricht berichtet er laut BBC von einem "peinlichen" Zwischenfall bei einer Übung. Er habe sich im Wald verlaufen und wäre beinahe beschossen worden, wenn auch nicht mit scharfer Munition, erzählte der Prinz. In einer anderen Nachricht habe er Kate zu einer bevorstehenden Jagd eingeladen, heißt es in dem Bericht.

Dass Kate mutmaßlich zu den Opfern des Abhörskandals gehört, hatte sich schon vor Wochen abgezeichnet: Ihr Name stand auf einer Liste Mulcaires mit dem Titel "Zielauswertung". Mulcaire saß bereits 2007 für seine Handy-Schnüffeleien im Gefängnis, weil er Bedienstete der Königsfamilie für die inzwischen eingestellte Boulevardzeitung "News of the World" abgehört hatte. Inzwischen bekannte er sich weiterer Hacking-Vorwürfe schuldig, drei Ex-Redakteure des Skandalblatts räumten ebenfalls illegale Methoden ein.

Wegen des Abhörskandals müssen sich sieben Personen vor Gericht verantworten, darunter die früheren "News of the World"-Chefredakteure Rebekah Brooks und Andy Coulson. Alle Angeklagten erklärten sich für nicht schuldig.

Im Prozess wurde auch eine Scherzbotschaft auf der Mailbox von Prinz Harry verlesen. Der Anrufer gab sich mit hoher Stimme als damalige Freundin des Prinzen aus und nannte ihn "Ginger", eine spöttische Anspielung auf Harrys rote Haare.

Laut Anklage hatte die "News of the World" 2006 Berichte zu den Inhalten der Mailbox-Botschaften veröffentlicht und den Scherzanruf Prinz William zugerechnet.

hut/Reuters/AP

insgesamt 5 Beiträge
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Seite 1
till2010 19.12.2013
1. Ironie
Willkommen im Club. ... blödes Gefühl, oder!?
glen13 19.12.2013
2.
Zitat von sysopGetty ImagesPrinz William berichtet von einer Militärübung und lädt zur Jagd ein: Vor Gericht hat die Anklage Mailboxnachrichten verlesen, die der Thronfolger auf dem Handy seiner heutigen Frau Kate hinterließ. Sie waren in den Unterlagen eines berüchtigten Privatdetektivs gefunden worden. http://www.spiegel.de/panorama/justiz/britischer-abhoerskandal-kate-und-prinz-harry-unter-den-opfern-a-940116.html
Ich dachte, das gehört in England jetzt zur Cameron'schen Welt. Wird das Abhören doch noch bestraft? Bei jedem? Oder nur bei der Presse?
Kunstgriffe 19.12.2013
3. Unverständlich
Wo ist denn eine Straftat erkennbar? Personenbezogene Daten zugänglich zu machen ist doch Teil der Staatsraison und des moralischen Selbstverständnisses in Great Britain.
moonsong 19.12.2013
4. Privatsphäre ?
Wie kommt das Gericht dazu, die privaten Nachrichten zu veröffentlichen? Sollte es nicht mit gutem Beispiel vorangehen und die Privatsphäre schützen?
gog-magog 20.12.2013
5.
Zitat von sysopGetty ImagesPrinz William berichtet von einer Militärübung und lädt zur Jagd ein: Vor Gericht hat die Anklage Mailboxnachrichten verlesen, die der Thronfolger auf dem Handy seiner heutigen Frau Kate hinterließ. Sie waren in den Unterlagen eines berüchtigten Privatdetektivs gefunden worden. http://www.spiegel.de/panorama/justiz/britischer-abhoerskandal-kate-und-prinz-harry-unter-den-opfern-a-940116.html
Ganz England spioniert die Privatangelegenheiten von allen Menschen Europas und der Welt aus und jetzt soll einer büßen, weil er das mit Prominenten gemacht hat? Das nenne ich zweierlei Maß. Wenn verboten verboten ist, dann ist die Ausspionierung von Frau Middletons Handy exakt gleich zu behandeln, wie die Ausspionierung von Frau Merkels Handy.
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