Wegen Kokainschmuggel Drogenhändler zu 22 Jahren Haft verurteilt

Einer der schlimmsten Drogenhändler Europas ist von einem Pariser Gericht verurteilt worden. Der Mann hatte versucht, gut 1,3 Tonnen Kokain per Flugzeug nach Frankreich zu schmuggeln.

Kokainpakete (Archiv)
DPA

Kokainpakete (Archiv)


Ein Pariser Gericht hat einen der einflussreichsten Drogenhändler Europas zu 22 Jahren Gefängnis verurteilt. Der Mann ist 2013 bei einem Schmuggel von 1,3 Tonnen Kokain an Bord einer Air-France-Maschine aus Venezuela nach Frankreich erwischt und verhaftet worden.

Das Rauschgift mit einem Marktwert von damals geschätzten 200 Millionen Euro war in mehr als 30 Koffern in einem Flugzeug versteckt und am Flughafen Charles de Gaulle bei Paris im September 2013 entdeckt worden.

Zunächst konnte der Täter D. fliehen. Erst zwei Jahre später fassten Polizisten den Briten an der Costa del Sol im Süden Spaniens in Zusammenarbeit mit der britischen und der französischen Polizei. Die Behörden lieferten den Mann nach Frankreich aus, wo die Staatsanwaltschaft 25 Jahre Haft forderte.

"Ich betone nach wie vor meine Unschuld", sagte der Täter in seiner Abschlusserklärung vor Gericht. Laut Staatsanwältin Isabelle Raynaud sei er "kein kleinkrimineller Sündenbock". Gemeinsam mit seinen Komplizen stünden "Männer in den höchsten Rängen des organisierten Verbrechens, die europäische Netzwerke belieferten".

Das Gericht verurteilte neben D. drei Mittäter aus Großbritannien und Italien zu Haftstrafen zwischen 5 und 13 Jahren plus 30 Millionen Euro Strafzahlung. D. solle zudem sein gesamtes Vermögen entzogen werden.

Der Täter habe laut den Ermittlern Verbindungen zu kriminellen Vereinigungen in Europa, unter anderem auch in Deutschland gehabt. Sein Einfluss soll sich über Pakistan, die Vereinigten Arabischen Emiraten und Lateinamerika erstreckt haben. Der als sehr gefährlich geltende Mann lebte laut den Ermittlern seit Jahren "sehr luxuriös" mit seiner Familie in der südspanischen Provinz Málaga.

Großbritanniens National Crime Agency (NCA) lobte das Urteil in Frankreich. D. sei einer der "bedeutendsten Kriminellen im organisierten Verbrechen in Europa mit einem Netzwerk, das praktisch den ganzen Globus umspannte", sagte Vizedirektor Matt Horne. Dessen Gruppe sei in Einschüchterungen, Schießereien und Morde verwickelt.

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Textversion hieß es, der Drogenhändler habe 1,3 Millionen Tonnen Kokain geschmuggelt. Diesen Fehler haben wir korrigiert. Zudem haben wir das Wort "bedeutend" im Zusammenhang mit dem Begriff Drogenhändler ersetzt.

mje/dpa/AFP



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