Protest gegen Coronaregeln Unbekannte hängen Zettel mit »Judenstern« an Geschäften in Bruchsal auf

Die Zettel sollten offenbar Bezug nehmen auf die geltenden 2G-Regeln: In Bruchsal sind mehrere Blätter mit der Aufschrift »Ungeimpfte sind hier unerwünscht« entdeckt worden. Die Stadt in Baden-Württemberg verurteilte die Tat scharf.
Gelber Stern mit der Aufschrift »Ungeimpft« (bei einer Demonstration in Frankfurt am Main im Jahr 2020)

Gelber Stern mit der Aufschrift »Ungeimpft« (bei einer Demonstration in Frankfurt am Main im Jahr 2020)

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Boris Roessler / dpa

Unbekannte haben an mehreren Schaufenstern von Geschäften im baden-württembergischen Bruchsal Zettel mit der Überschrift »Ungeimpfte sind hier unerwünscht« und einem darunter abgebildeten »Judenstern« angeklebt. Das teilte die Polizei am Montag mit.

Insgesamt wurden demnach 14 solcher DIN-A4-Zettel in der Innenstadt angebracht. Sie sollten offenbar Bezug nehmen auf die geltende 2G-Regel im Einzelhandel zur Bekämpfung der Coronavirus-Pandemie. Die Polizei prüfe, ob eine strafbare Handlung vorliegt. Die Zettel wurden am Sonntag entdeckt und dann sofort entfernt. Zuerst hatte der SWR  darüber berichtet.

Die betroffenen Einzelhändler seien empört darüber, dass die Zettel an ihren Geschäften angebracht worden seien, berichtet der SWR.

»Absolut untragbar«

Die Stadt Bruchsal verurteilte die Plakataktion. »Das ist absolut untragbar und muss sofort auf das Schärfste verfolgt werden«, wurde Oberbürgermeisterin Cornelia Petzold-Schick vom SWR zitiert.

Die Anspielung auf die im Nationalsozialismus verwendeten »Judensterne« zielt auf die Zwangskennzeichnung für Menschen, die nach den Nürnberger Gesetzen als Juden galten. Der Stern war eine öffentlich sichtbare Maßnahme zur Umsetzung des Holocaust.

Nach zahlreichen antisemitischen Vorfällen auf Corona-Demos in Deutschland hatte unter anderem München im vergangenen Jahr das Tragen eines gelben Sterns als Protestzeichen verboten.

ptz/dpa
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