Bruchsaler Anwaltsmord Tatverdächtiger tot in Auto entdeckt

Tragödie im beschaulichen Bruchsal: Nach dem gewaltsamen Tod eines Rechtsanwalts aus dem sogenannten Autobahnraser-Prozess hat die Polizei den mutmaßlichen Täter tot in einem Wagen gefunden. Die Ermittler gehen davon aus, dass der 70-Jährige sich selbst erschossen hat.


Bruchsal - Die Fahnder hatten mit einem Großaufgebot nach dem Mann gesucht. Ein Zeuge entdeckte bei einem Spaziergang das Auto des Rentners in Ubstadt-Weiher nahe Bruchsal und alarmierte die Polizei. Der mutmaßliche Täter, ein früherer Mandant des getöteten Anwalts, soll in seiner Wohnung ein Geständnis hinterlassen haben. Der 71 Jahre alte Chef der Anwaltskanzlei war am Sonntag in einer Tiefgarage mit mehreren Schüssen getötet worden.

Als mögliches Tatmotiv nannte die Staatsanwaltschaft Karlsruhe jahrelange finanzielle Streitigkeiten zwischen dem 70-Jährigen und dem Chef der Anwaltskanzlei. Der Anwalt habe seinen Mandanten wiederholt in Strafverfahren vertreten.

Eine Zeugin hatte am Sonntagvormittag Schüsse aus der unter der Kanzlei gelegenen Tiefgarage gehört und die Polizei sowie Rettungskräfte alarmiert. Der Notarzt konnte nur den Tod des 71-Jährigen feststellen. Ein Anwohner will nach der Tat einen Verdächtigen mit Blut an der Hose gesehen haben, der in Richtung des Busbahnhofs in Bruchsal gelaufen sei. Die Ermittlungen einer Sonderkommission erstreckten sich auch auf die Mandanten des Anwalts.

Der getötete Jurist war unter anderem im Karlsruher Autobahnraser-Prozess für die Nebenklage aufgetreten. Bei dem Prozess um den vier Jahre zurückliegenden Unfalltod einer jungen Mutter und ihrer zweijährigen Tochter auf der A 5 bei Karlsruhe hatte der Anwalt den Vater des getöteten Kindes vertreten.

jdl/dpa



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