Vermisste Frau aus Brunsbüttel 41-Jährige meldet sich offenbar bei ihrer Nichte

In Kürze hätte sie ins Gefängnis gemusst: Eine Frau aus Schleswig-Holstein inszenierte offenbar ihr eigenes Verschwinden. Nun soll es ein erstes Lebenszeichen von ihr geben.

Erfolglose Suchaktion bei Brunsbüttel (Archiv)
Karsten Schröder/ Westküsten-News/ DPA

Erfolglose Suchaktion bei Brunsbüttel (Archiv)


Eine 41-Jährige aus Brunsbüttel, die mit ihrem acht Jahre alten Sohn verschwand, ist offenbar am Leben. Laut Polizei hat sie sich bei ihrer Nichte gemeldet und neun Minuten mit ihr telefoniert. Sie habe diese nach dem Stand der Ermittlungen gefragt.

Die Frau gilt seit Tagen als vermisst. Am vorvergangenen Sonntagabend hatte ihre 19-jährige Tochter die Behörden alarmiert. Etliche Rettungskräfte suchten auf der Elbe und an den Ufern im Watt vor Brunsbüttel nach ihr. Fußspuren im Watt, Kleidungsstücke sowie Schuhe an einer Buhne hätten darauf hingedeutet, dass sich die Frau und der Junge in Wassernähe aufgehalten hätten, teilte die Feuerwehr damals mit. Gefunden wurde niemand.

Inzwischen gehen die Ermittler davon aus, dass sie gezielt untertauchte. Sie habe zuvor ihr Konto und das ihres Sohnes leergeräumt, teilte die Polizei mit. Zudem habe sie beim Verschwinden ihre Ausweispapiere dabei gehabt. Ihren Wagen hatte sie demnach bereits einige Tage zuvor verkauft.

Zudem hätte die Frau einen Tag nach ihrem Abtauchen eine Haftstrafe von einem Jahr und sechs Monaten antreten müssen. Grund waren nach Polizeiangaben mehrere Betrugsdelikte. Am Donnerstag meldete sich ein Zeuge bei den Ermittlern: Die Frau habe ihm vor einigen Tagen Sachen verkaufen wollen und dabei erwähnt, dass sie sich absetzen wolle.

"Wieder relativ offen"

Bei dem Telefonat mit ihrer Nichte sagte sie laut Polizei nichts zu ihrem Verschwinden, auch ihren Aufenthaltsort habe sie nicht verraten. Sie habe mit unbekannter Nummer angerufen. Die Nichte habe die Nummer nicht erkannt, sagte ein Sprecher. Sie habe nicht sagen können, ob es sich um eine Handy oder eine Nummer aus dem Ausland handelte. Die Rufnummer solle überprüft werden.

Zwischenzeitlich berichteten Medien, die Frau habe sich nach Spanien abgesetzt. Dazu teilte die Polizei lediglich mit, man habe festgestellt, dass sie in dem Land keine Verwandten habe. "Von daher ist der Aufenthaltsort wieder relativ offen", heißt es in der Polizeimeldung.

jpz



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