Schadhafte Brustimplantate Gericht verurteilt TÜV zu 60 Millionen Euro Schadensersatz

Im Rechtsstreit um schadhafte Brustimplantate hat der TÜV Rheinland eine Niederlage kassiert: 20.000 Frauen sollen laut einem französischen Gericht Schadensersatz bekommen. Der Verein kündigt Berufung an.
Brustimplantate der Firma PIP

Brustimplantate der Firma PIP

Foto: Guillaume Horcajuelo/ dpa

Der TÜV Rheinland ist in Frankreich wegen schadhafter Brustimplantate zur Zahlung von 60 Millionen Euro Schadenersatz verurteilt worden. Das Handelsgericht im südfranzösischen Toulon entschied, jede der 20.000 Klägerinnen solle 3000 Euro erhalten. Der TÜV hatte fehlerhafte Implantate des französischen Herstellers PIP zertifiziert.

Der TÜV kündigte Berufung an und wies darauf hin, dass eine ähnliche Entscheidung des gleichen Gerichts im Sommer 2015 vom Berufungsgericht aufgehoben wurde.

Der inzwischen insolvente Hersteller PIP hatte jahrelang billiges Industriesilikon für seine Implantate verwendet. Andere Gerichte hatten jedoch mehrfach entschieden, auch der TÜV sei vom Hersteller getäuscht worden.

sms/dpa/AFP
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