Donau in Budapest Schiffsunglück in Ungarn - Kapitän verhaftet

Der Ausflugsdampfer sank binnen Sekunden, mehrere Menschen starben, viele werden vermisst: Nach der Kollision zweier Schiffe auf der Donau ist Haftbefehl gegen einen Kapitän beantragt worden.
Blumen und Kerzen an der Donau in Budapest

Blumen und Kerzen an der Donau in Budapest

Foto: Zoltan Balogh/EPA-EFE/REX

Nach dem Untergang eines Ausflugsdampfers auf der Donau ist der Kapitän des am Unglück beteiligten Kreuzfahrtschiffes festgenommen worden. Gegen den 64-jährigen Ukrainer sei nach einer Vernehmung Haftbefehl beantragt worden, erklärte die ungarische Polizei. Auf der Internetseite der Polizei hieß es, der Kapitän sei wegen fahrlässigen Fehlverhaltens im Schiffsverkehr verhaftet worden.

Bei dem Unglück in Budapest waren am Mittwochabend mindestens sieben Menschen ums Leben gekommen. Ebenfalls sieben Menschen wurden gerettet. 21 weitere Personen werden noch vermisst, für sie gibt es kaum noch Hoffnung. Bei den Opfern handelt es sich um südkoreanische Touristen. Ihr Ausflugsdampfer war auf der Donau in Budapest mit einem viel größeren Kreuzfahrtschiff kollidiert und binnen Sekunden gesunken.

Video: Aufnahmen zeigen Schiffsunglück

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Hoch spezialisierte Taucher suchen mit Unterstützung der Armee nach weiteren 19 südkoreanischen Passagieren sowie zwei Ungarn - dem Kapitän des Ausflugdampfers und einem Matrosen. Die Aussicht, sie lebend zu finden, wurde von den ungarischen Behörden als gering eingeschätzt. "Die Bergung des Wracks kann noch Tage, ja sogar eine Woche dauern", zitierte die staatliche Nachrichtenagentur MTI den Geschäftsführer einer darauf spezialisierten Firma.

Der hohe Wasserstand, die starken Strömungen und die schlechten Sichtverhältnisse erschweren die Arbeit der Einsatzkräfte. Die Polizei berichtete, dass eine Leiche kilometerweit flussabwärts vom Unglücksort entfernt gefunden worden sei.

mal/AP/dpa/Reuters/AFP