Niedersachsen Lehrer wegen Missbrauchs seines Sohnes zu Bewährungsstrafe verurteilt

Das Landgericht Bückeburg hat einen Gymnasiallehrer wegen Kindesmissbrauchs zu einer Bewährungsstrafe von zwei Jahren verurteilt. Der 37-Jährige muss sich von Spielplätzen fernhalten und eine Therapie beginnen.
Niedersächsischer Staatsgerichtshof mit Landgericht, Amtsgericht und Staatsanwaltschaft in Bückeburg

Niedersächsischer Staatsgerichtshof mit Landgericht, Amtsgericht und Staatsanwaltschaft in Bückeburg

Foto: Holger Hollemann/ dpa

Ein Lehrer aus dem Landkreis Schaumburg westlich von Hannover ist wegen sexuellen Kindesmissbrauchs sowie Besitzes und Verbreitens kinderpornografischer Schriften zu einer Bewährungsstrafe von zwei Jahren verurteilt worden.

In dem Berufungsprozess legte das Landgericht Bückeburg fest, dass sich der 37-Jährige von Spielplätzen fernhalten und eine Therapie beginnen muss. Das mildere Urteil im Vergleich zur Vorinstanz begründete es unter anderem damit, dass der Mann bereits sechs Monate in Untersuchungshaft verbracht habe.

Angeklagter unterzieht sich medikamentöser Behandlung

Der Verteidigung zufolge trifft der Verurteilte einmal wöchentlich eine Sexualtherapeutin und lässt sich Medikamente spritzen, sodass er "kein sexuelles Bedürfnis jeglicher Art" mehr verspüre. Die Therapeutin gehe davon aus, dass ihr Patient eine "ausgeprägte Neigung, aber keine Pädophilie" zeige.

Das Amtsgericht Stadthagen hatte den Mann im November 2019 in erster Instanz zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren und drei Monaten verurteilt. Gegen diese Entscheidung war er vorgegangen.

US-Fahnder informierten deutsche Behörden

Im Verfahren hatte der angeklagte Pädagoge gestanden, seinen zweijährigen Sohn im Jahr 2015 einmal sexuell missbraucht zu haben. Auch den Besitz von mehr als 29.000 Dateien mit Kinderpornografie gab er zu. Zum Teil habe er das Material auch versendet.

US-Fahnder hatten die Polizei auf die Spur des verheirateten, inzwischen getrennt von seiner Familie lebenden Gymnasiallehrers gebracht. Der 37-Jährige ist bei gekürzten Bezügen vom Schuldienst suspendiert und wird seinen Beamtenstatus verlieren.

ala/dpa
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