Mehrere Menschen erschossen Biden bezeichnet Massaker von Buffalo als »Terrorismus«

Ein 18-Jähriger soll in Buffalo zehn Menschen aus rassistischen Motiven erschossen haben. US-Präsident Joe Biden stellt sich in einer Rede gegen die Ideologie der Vorherrschaft von Weißen.
Joe Biden und seine Frau Jill in Buffalo: »Hass wird sich nicht durchsetzen«

Joe Biden und seine Frau Jill in Buffalo: »Hass wird sich nicht durchsetzen«

Foto: Andrew Harnik / AP

US-Präsident Joe Biden hat die tödlichen Schüsse von Buffalo als »Terrorismus« verurteilt. »Was hier passiert ist, ist schlicht und einfach Terrorismus«, sagte Biden in Buffalo. Es handle sich um ein »mörderisches, rassistisches« Verbrechen.

Die Ideologie der Vorherrschaft von Weißen, die sogenannte White Supremacy , habe keinen Platz in Amerika. Biden rief alle Menschen im Land dazu auf, diese »Lüge« zurückzuweisen. »Und ich verurteile diejenigen, die diese Lüge für Macht, politischen Gewinn und oder Profit verbreiten«, so Biden weiter: »Hass wird sich nicht durchsetzen.«

Biden und seine Ehefrau Jill hatten zuvor Blumen am Tatort niedergelegt und Familien der Opfer getroffen.

Joe Biden hielt in Buffalo eine Rede vor den Familien der Opfer

Joe Biden hielt in Buffalo eine Rede vor den Familien der Opfer

Foto: Andrew Harnik / AP

Zehn Menschen erschossen

Am Samstag hatte ein 18 Jahre alter Schütze mit einem Sturmgewehr vor und in einem Supermarkt zehn Menschen erschossen und drei weitere verletzt. Er streamte die Tat im Internet. Den Ermittlern zufolge war die Tat rassistisch motiviert – elf der 13 Opfer waren schwarz. Buffalo hat eine mehrheitlich schwarze Bevölkerung.

Der schwer bewaffnete Schütze war nach Polizeiangaben im Vorraum des Ladens gestellt worden und hatte sich schließlich ergeben. Der Verdächtigte soll sich bei der Festnahme eine Waffe unter das Kinn gehalten haben und stehe daher in der Untersuchungshaft nun unter spezieller Beobachtung wegen eines möglichen Suizids.

Der Mann war laut Polizei zudem im vergangenen Juni wegen möglicher psychischer Probleme bei einem Beratungsgespräch gewesen. Zuvor habe er in seiner Klasse eine »generelle Drohung« ausgesprochen, sagte Ermittler Joseph Gramaglia in Buffalo. In dem Gespräch habe er aber keine Auffälligkeiten gezeigt, die zu weiteren Einträgen in seiner Akte oder zu einer ausgiebigeren Beobachtung der psychischen Gesundheit des jungen Mannes geführt hätten, hieß es weiter.

Die Bluttat von Buffalo reiht sich ein in eine Serie rassistisch motivierter Morde in den USA. 2019 war ein weißer Rechtsextremist stundenlang quer durch Texas gefahren und hatte 23 Menschen in El Paso erschossen, wo mehrheitlich Latinos leben. Vier Jahre zuvor hatte ein Weißer in einer afroamerikanischen Kirche in Charleston in South Carolina das Feuer eröffnet und neun Menschen getötet. In beiden Fällen stellten die Täter hasserfüllte »Manifeste« vor ihren Taten ins Internet.

ptz/dpa