Verschwunden in Bulgarien Auf der Suche nach Lars Mittank

Ein 28-Jähriger aus Schleswig-Holstein macht Ferien in Bulgarien. Wegen einer Verletzung muss er länger bleiben als geplant - und verschwindet. Jetzt suchen ein Detektiv und Interpol nach ihm und versuchen, seine Spuren zu rekonstruieren.

SPIEGEL TV

Von SPIEGEL TV-Autor


Das letzte Bild am Tag seines Verschwindens, aufgenommen von einer Überwachungskamera, zeigt Lars Mittank auf dem Flughafen in Warna an der bulgarischen Schwarzmeerküste. Der 28-Jährige strebt, bekleidet mit Shorts und einem gelben T-Shirt, zum Ausgang.

Ein paar Minuten später, so werden es Zeugen der Polizei schildern, rennt er über den Parkplatz, überwindet einen 2,50 m hohen Stacheldrahtzaun und verschwindet in einem Feld. Am nächsten Tag werden Grenzschützer mit Mantrail-Hunden nach Lars suchen. Vergeblich.

Fast acht Wochen ist das jetzt her. Acht Wochen, in denen Lars' Eltern in Marne an der Nordsee hoffen, dass ihr Sohn sich meldet. Mutter Sandra glaubt, dass er einem Verbrechen zum Opfer fiel. Zu sehr hing Lars an seiner Familie, an seinem Job, an seinen Freunden. Da haut man nicht einfach so ab.

Nach Verletzung ins Armenviertel

"Mein Mann hat vor zwei Jahren einen Schlaganfall gehabt. Er kann körperlich nicht so viel arbeiten. Lars ist nach seinen Schichten im Kraftwerk immer gekommen und hat uns geholfen", erzählt seine Mutter. "Einen besseren Sohn können wir uns nicht wünschen". Ihre Augen sind vom Weinen gerötet. Über Facebook hoffen die Familie und Freunde Hinweise zu Lars' Verschwinden zu erhalten.

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Fotostrecke: Ein verhängnisvoller Urlaub
Ende Juni war Lars mit Freunden nach Bulgarien an die Schwarzmeerküste geflogen. Am sogenannten "Goldstrand" gibt's alles, was das Junge-Männer-Party-Herz begehrt: Mädchen, Alkohol, schnelle Musik, aber auch Drogen für wenig Geld. Vor einem Fastfood-Restaurant gerät Lars in eine Auseinandersetzung mit Fußballfans. Ein Schlag aufs Ohr lässt sein Trommelfell platzen.

Panik in der letzten Nacht

Als seine Freunde nach Hause fliegen, darf er wegen der Verletzung nicht mit. In einem Armenviertel steigt er im Hotel "Color" ab. Seine Mutter telefoniert noch ein paarmal mit ihrem Sohn. "Er hat gesagt, dass irgendwas mit dem Hotel nicht stimme. Ich habe mir solche Sorgen gemacht." Den Ablauf der nächsten Stunden recherchiert vor Ort Privatdetektiv Andreas Gütig im Auftrag der Familie.

So mietet sich ein Kollege Gütigs verdeckt in dem Hotel ein, in dem Lars seine letzte Nacht verbrachte. Der Detektiv ist sich sicher, dass Lars etwas erlebte, was ihn aus der Bahn warf. "Lars hat mehrmals zu einem Zeugen gesagt, er möchte nicht sterben. Wir wollen klären, was ihn so in Panik versetzt hat." Mittlerweile sind in den Fall auch Interpol und das Auswärtige Amt eingeschaltet.

Gegenüber SPIEGEL TV berichtet der Detektiv jetzt vor einer neuen Spur in dem Fall.

SPIEGEL TV, Sonntag, 22:30 Uhr RTL.

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insgesamt 30 Beiträge
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Seite 1
gerryflint 31.08.2014
1. kennt jemand den film...
Hostel?
logophage 31.08.2014
2. Bulgarien, Rumänien, Ukraine ...
Ordnung herrschte da hingegen als noch der deutsche Landser dafür sorgte, nicht wahr? Leider mussten sich USA einmischen und mit ihrem Imperialismus die EU und den Euro aufzwingen. Es ist schon ein Skandal, dass man sich in gleichem Verein wie diese unterentwickelten Ostvölker wiederfindet. Der Putin ist zwar auch so einer, aber der ist ganz schön mächtig und außerdem gegen die USA - und deshalb ist er ein ganz guter. So, jetzt gehe ich mal wählen - die AfD. Oder doch die Linke? Egal.
Annabelle1811 31.08.2014
3. Was befindet sich denn hinter dem 2,5 m hohen Stacheldrahtzaun?
Warum sagt man das hier nicht? Oder ist er vor jemandem geflohen, aber das hätte doch auch sicher ein Zeuge beobachtet. Oder war er auf Drogen??? Dann hat er vielleicht auch zuviel genommen ... oder wurde vielleicht abgefüllt ... Also Bulgarien würde mich überhaupt nicht als Urlaubsort interessieren, nur - weil es vielleicht billig ist.
Babaji 31.08.2014
4. an Hostel
musste auch ich gleich denken - ich hoffe, wir irren uns.
ghanima23 31.08.2014
5.
Aber, aber, diese Länder sind in der EU. Sie haben die Gesetze, Richtlinien, etc. dazu implementiert und bekommen zusätzlich Hilfe von EU Beamten. Damit ist auch klar, das die Welt hier in Ordnung ist und es sich um einen schlechten Scherz handeln muss. Ich hoffe man bittet den Herren, wenn man ihn findet, dafür zur Kasse.
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