NSU-Prozess Bundesanwälte wollen Fall Peggy ausklammern

Der Fund einer DNA-Spur des NSU-Mitglieds Uwe Böhnhardt nahe des Fundorts der kleinen Peggy sorgte für Aufsehen. Die Bundesanwaltschaft will die beiden Verfahren aber nicht zusammenbringen.

Peggy Knobloch (Archivbild)
DPA

Peggy Knobloch (Archivbild)


Die Bundesanwaltschaft hat sich dagegen ausgesprochen, die Ermittlungsakten im Fall Peggy zum Münchner NSU-Prozess beizuziehen. Oberstaatsanwältin Anette Greger widersprach einem Antrag des Nebenklage-Anwalts Mehmet Daimagüler. Das Oberlandesgericht München hat über den Antrag noch nicht entschieden.

Eine DNA-Spur des mutmaßlichen NSU-Terroristen Uwe Böhnhardt war im Oktober in unmittelbarer Nähe der sterblichen Überreste des Mädchens Peggy gefunden worden. Im Jahr 2001 war die Neunjährige im oberfränkischen Lichtenberg verschwunden.

Derzeit wird untersucht, ob die DNA-Spur auf eine Verunreinigung zurückzuführen ist. Laut Staatsanwaltschaft Bayreuth ergaben sich mögliche Anhaltspunkte dafür, dass die Polizei in Thüringen teilweise identisches Spurensicherungsgerät in den Fällen Peggy und NSU verwendete.

Oberstaatsanwältin Greger sagte, es gebe zwischen dem NSU-Prozess und dem Fall Peggy zwar einen "Personenzusammenhang" wegen des DNA-Funds. Die "Ermittlungen zu dieser Spur stehen jedoch erst am Anfang". Die Ermittlungsakten im Fall Peggy würden nicht dazu beitragen, die im NSU-Prozess angeklagten Straftaten aufzuklären.

Im NSU-Prozess ist Beate Zschäpe als Mittäterin von zehn Morden und zwei Sprengstoffanschlägen angeklagt, die ihre beiden mutmaßlichen Komplizen Böhnhardt und Uwe Mundlos verübt haben sollen. Das Motiv soll bei fast allen Taten Fremdenhass gewesen sein. Das Gericht hatte Zschäpe gefragt, ob sie etwas über Peggy wisse. Zschäpes Antwort darauf steht noch aus.

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