Kriminalstatistik Mehr Diebstähle, weniger Prügeleien auf Bahnhöfen

Im vergangenen Jahr ist es zu vielen Verstößen gegen das Aufenthalts- und Asylverfahrensgesetz gekommen. 2015 stieg zudem die Zahl der Diebstähle auf Bahnhöfen laut der Bundespolizei um 25 Prozent.

Polizei am Hauptbahnhof München
DPA

Polizei am Hauptbahnhof München


In deutschen Bahnhöfen und Zügen ist es im vergangenen Jahr zu deutlich mehr Diebstählen als 2014 gekommen. Die Zahl dieser Delikte ist um ein Viertel auf 44.800 Fälle im Vergleich zum Vorjahr gestiegen, wie aus dem Jahresbericht der Bundespolizei hervorgeht.

Insgesamt registrierte die Behörde im vergangenen Jahr 436.387 Straftaten - 31,6 Prozent mehr als 2014. Der Anstieg geht vor allem auf eine drastische Zunahme der Straftaten gegen das Aufenthalts-, Asylverfahrens- und Freizügigkeitsgesetz in der EU zurück. Im Zuge massiv gestiegener Flüchtlingszahlen wuchs die Zahl dieser Delikte demnach um gut 100.000 auf 171.477.

Nahezu unverändert blieben hingegen die Fallzahlen bei den Vermögens- und Fälschungsdelikten, die mit 153.831 um 0,6 Prozent niedriger lagen als 2014. Bei den sonstigen Straftaten, darunter Sachbeschädigung, verzeichnete die Bundespolizei sogar einen Rückgang um insgesamt 6,7 Prozent auf 41.789 Fälle. Stark sank auch die Zahl der Körperverletzungen. In 2015 wurden 8331 Fälle gezählt, 9,3 Prozent weniger als 2014.

Zahl der Abschiebungen steigt auf 22.369

Großen Raum nimmt in dem Jahresbericht der Zuzug von Flüchtlingen ein. Demnach stellte die Bundespolizei 2015 insgesamt 865.374 Migranten bei der unerlaubten Einreise fest. Die meisten eingereisten Schutzsuchenden an einem Tag wurden mit rund 14.000 am 12. September 2015 gezählt. Die Zahl der Abschiebungen stieg dem Bericht zufolge 2015 auf 22.369 - im Vorjahr hatte sie noch 13.851 betragen. Diese Steigerung sei jedoch deutlich hinter der Steigerungsrate bei den unerlaubten Einreisen beziehungsweise den Asylanträgen zurückgeblieben, heißt es in dem Bericht.

Begründet durch die Zunahme von Terrorwarnungen war die Bundespolizei 2015 im Dauereinsatz. Insgesamt fielen im vergangenen Jahr etwa 2,9 Millionen Überstunden an, sagte der Chef des Bundespolizeipräsidiums, Dieter Romann. Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) zeigte sich skeptisch: "Die Zahlen der Leistungsbilanz drücken nicht aus, wie stark die Bundespolizei wirklich belastet ist. Unsere Kollegen haben im Schnitt 25 Krankheitstage pro Jahr und wir haben nach wie vor rund 2,2 Millionen Überstunden auf der Uhr", teilte der Vorsitzende der GdP in der Bundespolizei, Jörg Radek, mit.

msc/AFP



© SPIEGEL ONLINE 2016
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.