Burbach Misshandlungen in Flüchtlingsunterkunft - Wachmann verurteilt

Das Landgericht Siegen hat einen Wachmann einer Flüchtlingsunterkunft zu einer Bewährungsstrafe verurteilt. Er hatte unter anderem zugegeben, einem Bewohner ohne Vorwarnung Pfefferspray in die Augen gesprüht zu haben.

Tatort der Misshandlungen: Flüchtlingsheim in Burbach (Archiv)
DPA

Tatort der Misshandlungen: Flüchtlingsheim in Burbach (Archiv)


Nach Misshandlungen in einem Flüchtlingsheim in Burbach ist ein Wachmann zu acht Monaten Haft auf Bewährung verurteilt worden. Das Landgericht Siegen sprach ihn der Freiheitsberaubung und der gefährlichen Körperverletzung schuldig.

Der Angeklagte hatte laut einem Landgerichtssprecher unter anderem zugegeben, in vier Fällen Flüchtlinge bei Verstößen gegen die Hausordnung in ein sogenanntes Problemzimmer eingesperrt zu haben. Außerdem räumte er ein, einem Flüchtling ohne Vorwarnung Pfefferspray in die Augen gesprüht zu haben, als dieser sich trotz eines Verbots eine Zigarette anzündete. Zu Gunsten des Angeklagten sei unter anderem sein Geständnis gewertet worden, sagte der Sprecher.

Der Prozess zu den Misshandlungen in der Einrichtung dauert seit November 2018 - ein Ende ist nicht in Sicht. Über Monate hinweg sollen Wachleute und Betreuer Bewohner, die gegen Hausregeln verstießen, systematisch eingesperrt, immer wieder gedemütigt und gequält haben.

In der Vergangenheit hatte das Gericht mehrere einzelne Verfahren abgetrennt, sofern die Angeklagten geständig waren und ihnen mildere und vorzeitige Urteile in Aussicht gestellt. Neun Personen wurden so zuvor bereits verurteilt, überwiegend zu Geldstrafen. Darunter war auch der Heimleiter - er erhielt eine Bewährungsstrafe von 15 Monaten.

bbr/dpa/AFP

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