Villen von Bushido und Clanchef Abu-Chaker versteigert Bleibt alles in der Familie

In Brandenburg besaßen der Rapper Bushido und sein Ex-Geschäftspartner Arafat Abou-Chaker einst gemeinsam Immobilien. Jetzt kamen diese unter den Hammer. Den Zuschlag erhielt: ein Sohn des Clanchefs – für eine Millionensumme.
Villa des Rappers Bushido in Kleinmachnow Ende 2013 nach einem Brand im Dachstuhl

Villa des Rappers Bushido in Kleinmachnow Ende 2013 nach einem Brand im Dachstuhl

Foto: Paul Zinken/ dpa

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Diese Veranstaltung wollte sich offenbar keiner von beiden entgehen lassen: Am Mittwoch wurde am Amtsgericht Potsdam unter erhöhten Sicherheitsvorkehrungen eine Immobilie in Kleinmachnow südlich von Berlin versteigert. Und sowohl Rapper Bushido als auch sein ehemaliger Geschäftspartner Arafat Abou-Chaker waren vor Ort, als das Villenensemble für 7.401.500 Euro an den einzigen Bieter ging. Rechtspflegerin Silke Tischbein erteilte einem Sohn des Clanchefs Abou-Chaker den Zuschlag.

Der 21-jährige Bieter zahlte die Mindestsumme, die bei dem ersten Termin zur Zwangsversteigerung geboten werden musste. Der Verkehrswert der Immobilie lag laut Amtsgericht bei mehr als 14,8 Millionen Euro. Bushido und sein einstiger Partner Abou-Chaker verfolgten das Geschehen schweigend.

Das Villenensemble und die Grundstücke mit einer Gesamtfläche von mehr als 16.600 Quadratmetern gehörten Bushido, mit bürgerlichem Namen Anis Ferchichi, und seinem ehemaligen Geschäftspartner. Während Letzterer eine der Villen bewohnt, ist der Musiker Bushido dort nie eingezogen. Nach der Beendigung der Zusammenarbeit hatte Bushido die Zwangsversteigerung zur Aufhebung der Eigentümergesellschaft beantragt.

Nach der Versteigerung geht nun der Erlös jeweils zur Hälfte an die einstigen Geschäftspartner. Wird in den kommenden 14 Tagen kein Widerspruch eingelegt, bleiben Häuser und Grundstücke samt der Schulden, die auf der Immobilie lasten, im Besitz des Clans.

Rapper Kay One sagt im Prozess gegen Clanchef aus

Der Streit zwischen den einstigen Geschäftspartnern beschäftigt seit 2020 auch das Landgericht Berlin in einem Strafprozess – mit Bushido als Nebenkläger und Zeuge. Angeklagt sind Arafat Abou-Chaker und drei Brüder des Clanchefs. Die Anklage lautet auf Freiheitsberaubung, versuchte schwere räuberische Erpressung, Nötigung, gefährliche Körperverletzung, Beleidigung und Untreue.

Rapper Bushido begibt sich unter Polizeischutz zum Potsdamer Amtsgericht

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Foto: Soeren Stache / dpa

Zu der Beziehung der einstigen Geschäftspartner wurden bereits zahlreiche Zeugen gehört. Am Mittwoch sollte nun auch der Rapper Kay One befragt werden. Der 37-Jährige und Bushido hatten zunächst gemeinsame Erfolge gefeiert, dann folgte ein jahrelanger Streit. Für die Befragung von Kay One war ein Prozesstag vorgesehen.

Seit bald zwei Jahren muss sich Arafat Abou-Chaker unter anderem wegen versuchter schwerer räuberischer Erpressung, Freiheitsberaubung und gefährlicher Körperverletzung vor Gericht verantworten. Nachdem Bushido sich 2017 von Abou-Chaker losgesagt hatte, soll der Clanchef ihm gedroht, Millionensummen verlangt, Bushido am 18. Januar 2018 in einem Raum eingesperrt, beleidigt und mit einer halb vollen 0,5-Liter-Plastikwasserflasche und einem Stuhl attackiert haben. Zwei Brüder – Yasser und Nasser – sollen damals dabeigewesen sein und Arafat Abou-Chaker unterstützt haben. Letztendlich soll es um Geld gegangen sein. So steht es in der Anklage.

ala/dpa

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