Krebsspezialist verurteilt Englischer Arzt missbrauchte schwer kranke Kinder

Ein Gericht im englischen Cambridge hat einen Arzt wegen sexuellen Missbrauchs zu 22 Jahren Haft verurteilt. Der Krebsspezialist verging sich an kranken Kindern, die er eigentlich behandeln sollte. 25 Delikte gab er selbst zu.


Cambridge - Ein Arzt aus Cambridge ist wegen sexuellen Missbrauchs schwer kranker Kinder zu 22 Jahren Haft verurteilt worden. Der Richter bezeichnete die Taten des geständigen Mediziners bei der Urteilsverkündung als "eine der schlimmsten vorstellbaren Formen sexuellen Missbrauchs".

Der 41-jährige Krebsspezialist verging sich demnach an schwer kranken Jungen, die er eigentlich untersuchen oder behandeln sollte. Sie waren etwa an Leukämie erkrankt. Er ordnete laut Urteil Untersuchungen ausschließlich zu seiner eigenen Befriedigung an, filmte die jungen Patienten heimlich mit einer in einem Kugelschreiber versteckten Kamera und missbrauchte sie hinter einem Vorhang, während ihre Eltern im selben Zimmer waren.

"In meinem ganzen Berufsleben ist mir noch nie ein so grotesker Verrat am hippokratischen Eid untergekommen", sagte der Richter am Cambridge Crown Court zu dem Verurteilten.

Der Arzt hatte sich zuvor schuldig bekannt, 25 Delikte gegen Jungen im Alter zwischen 10 und 16 Jahren begangen zu haben, darunter sexuelle Übergriffe, Voyeurismus und der Besitz von mehr als 16.000 unsittlichen Bildern. Laut BBC verübte er diese Straftaten zwischen 2009 und 2013 in einem Krankenhaus in Cambridge.

Zu seinen Gunsten wurde berücksichtigt, dass der 41-Jährige früh zu seinen Taten gestanden habe - wenngleich die Beweislast gegen ihn so gravierend gewesen sei, dass er kaum eine andere Chance gehabt habe. Der Richter fügte hinzu, dass der Mann die Kinder psychisch ernsthaft geschädigt habe und diese Gefahr auch in Zukunft bestehe. Doch "die eigene Einsicht in seine Abartigkeit" bedeute, dass das Risiko weiterer Übergriffe unter Kontrolle zu bekommen sei.

rls/dpa

Mehr zum Thema


© SPIEGEL ONLINE 2014
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.