Marlene Mortler Drogenbeauftragte greift Befürworter von Cannabis-Freigabe an

Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung hat sich in die Debatte um eine Legalisierung von Cannabis eingeschaltet. Ein solcher Schritt wäre "ein völlig falsches Signal", sagt Marlene Mortler - und attackiert Freigabe-Fürsprecher scharf.
Drogenbeauftragte Mortler (Archiv): "Cannabis hat ein großes Gefahrenpotenzial"

Drogenbeauftragte Mortler (Archiv): "Cannabis hat ein großes Gefahrenpotenzial"

Foto: Bernd von Jutrczenka/ dpa

Berlin - Marlene Mortler wirft den Fürsprechern einer Cannabis-Legalisierung gefährliche Verharmlosung vor. "Prominente wie Thomas D haben einen enormen Vorbildcharakter. Daher sollten sie sich gut überlegen, wie sie sich zu illegalem Drogenkonsum äußern", sagte die Drogenbeauftragte der Bundesregierung. Das Kleinreden der Cannabis-Gefahren sei verantwortungslos.

"Ich bin stark dafür, Cannabis zu legalisieren", hatte Thomas D von den "Fantastischen Vier" in der "Welt" gesagt. Für ihn sei Alkohol die schlimmste Droge. "Wenn ich sehe, was Alkohol aus Menschen macht und trotzdem legal ist, dann kann ich nicht Marihuana verbieten, ein Kraut, das eindeutig beruhigt, was entspannt, was aber auch egal macht."

Mortler stützt sich auf eine neue Zusammenstellung von Daten zum Rauschmittelkonsum, die von der deutschen Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht (DBDD) vorgelegt wurde. "Cannabis ist nach wie vor die mit Abstand am häufigsten konsumierte illegale Droge", heißt es in dem Bericht. 0,5 Prozent der Erwachsenen seien abhängig von Cannabis oder missbrauchten die Substanz.

Hanfverband wirbt für Freigabe

Bei Menschen, die erstmals in Suchtbehandlung waren, stand Cannabis laut dem Bericht vergangenes Jahr an erster Stelle. Der Anteil stieg binnen eines Jahres von 58,4 auf 59,5 Prozent. "Eine Legalisierung von Cannabis wäre ein völlig falsches Signal und würde diesen Trend noch verstärken", sagte Mortler.

Der Deutsche Hanfverband wirbt derzeit in Filmspots für eine Freigabe. Dabei argumentiert er, dass kriminellen Drogenhändlern das Handwerk gelegt werden solle. Konsumenten würden kriminalisiert. In Deutschland ist der Besitz geringer Mengen in der Regel straffrei, dies wird jedoch von Bundesland zu Bundesland unterschiedliche gehandhabt.

Mortler warf dem Hanfverband vor, auf schäbige Art und Weise mit den Ängsten der Menschen zu spielen. Dem Verband gehe es nur um die völlige Legalisierung einer illegalen Droge, auch und gerade zu Rauschzwecken.

Mortler verwies auf eine aktuelle Erhebung der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung unter 12- bis 25-Jährigen. 7,8 Prozent der Jugendlichen zwischen 12 und 17 Jahren haben demnach schon Cannabis genommen. 1,3 Prozent konsumierten es regelmäßig. Der Trend zur Abnahme des Cannabiskonsums der vergangenen Jahre scheine sich umzukehren.

wit/dpa
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