Celle Pfleger soll Behinderte missbraucht haben

Schrecklicher Verdacht: In einer Behinderteneinrichtung in Wietzenbruch bei Celle soll eine Bewohnerin von einem Mitarbeiter sexuell missbraucht worden sein. Die Frau sei sogar schwanger geworden, meldet eine örtliche Zeitung.


Wietzenbruch - Ein Erziehungshelfer einer Behinderteneinrichtung soll sich über Jahre hinweg an einer geistig behinderten Frau vergangen haben. Aus den Missbrauchstaten ist ein Kind hervorgegangen, wie die Online-Ausgabe der "Celleschen Zeitung" am Freitag unter Berufung auf den Leiter der Einrichtung, Carsten Bräumer, berichtete. Dem Angestellten sei umgehend nach Bekanntwerden seiner Vaterschaft gekündigt worden.

Erst im Oktober war ein ähnlicher Missbrauchsfall in der Einrichtung öffentlich geworden. Bei der nun missbrauchten Frau handele es sich nicht, wie im ersten Fall, um eine Schwerbehinderte. Deshalb sei der Vorfall so lange im Verborgenen geblieben, sagte Bräumer. Bei "sehr selbständigen Personen" sei es schwierig, einem "unguten Geheimnis" auf die Spur zu kommen, ohne ihnen das Recht auf Privatsphäre zu nehmen.

Bräumer versicherte, ihm seien keine weiteren Fälle von sexuellem Missbrauch in der Einrichtung bekannt. Er hatte beide Straftaten angezeigt. "Es ist unsäglich, dass solche Dinge in unserem Haus passieren", sagte der Pastor. Die Einrichtung hat inzwischen zur Prävention eine Vertrauensperson für die Bewohner benannt.

In der diakonischen Einrichtung leben 850 behinderte Menschen, darunter auch welche mit Kindern. Die Celler Staatsanwaltschaft wollte sich dem Bericht zufolge zurzeit nicht zu dem Fall äußern.

jdl/ddp



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