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Charles-Manson-Villa: Atemberaubende Aussicht mit blutiger Vergangenheit

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Tatort von zwei Sekten-Morden US-Moderator kauft Charles-Manson-Villa für zwei Millionen Dollar

Auf einem Luxusanwesen brachten Anhänger des US-Sektenführers Manson zwei Menschen um. Nun wird es für knapp zwei Millionen Dollar veräußert. Käufer ist Zak Bagans - TV-Moderator der Reihe "Ghost Adventures".

Der Makler nannte die Villa nahe Los Angeles einen "friedlichen und stillen Ort". Diese Worte, mit denen die "Los Angeles Times " Robert Giambalivo zitiert, dürften für die Angehörigen zweier Mordopfer wie Hohn klingen. Denn auf dem Anwesen am 3311 Waverly Drive haben Anhänger des Sektenführers Charles Manson am 10. August 1969 den Unternehmer Leno LaBianca und dessen Frau Rosemary getötet.

Rund 50 Jahre später hat die einstöckige Villa unweit des Stadtzentrums nun einen neuen Käufer gefunden. US-Moderator Zak Bagans sagte dem "Guardian ", er würde das Anwesen erwerben. Der 42-Jährige sagte demnach: "In dem Haus gibt es eine sehr, sehr starke Energie." Welche Motive Bagans mit dem Einzug verfolgt, ist bislang offen. Klar ist: Als Moderator der TV-Sendung "Ghost Adventures" besucht er immer wieder "paranormale Orte", an denen es vermeintlich spukt.

Zwei Dutzend Interessenten

Das Interesse an der rund zwei Millionen Dollar teuren Villa war offenbar groß. Laut "Guardian" hatten neben Bagan rund zwei Dutzend andere Menschen in nur einem Monat die Villa besichtigt. Makler Giambalivo beschrieb diese demnach als Interessenten aus der Unterhaltungsbranche, "deren Namen du wiedererkennen würdest".

Von den Interessenten habe es aber erstaunlich wenige Rückfragen zur Geschichte der Villa gegeben. Weil sie zu blutig ist? Weil sie den Wert des Anwesens zu drücken droht? Oder weil sie gar nicht um sie wussten? Laut CNN müssen Morde beim Verkauf eines Anwesens jedenfalls nur dann angegeben werden, wenn sie sich innerhalb der vergangenen drei Jahre auf der Immobilie ereignet haben.

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Charles-Manson-Villa: Atemberaubende Aussicht mit blutiger Vergangenheit

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Was Mansons Anhänger in der Villa verbrochen haben sollen, könnte so manchen Hausbewohner aber wohl um den Schlaf bringen. Mit Blut sollen die Mörder von Leno LaBianca und dessen Frau Rosemary in dem Haus Parolen an die Wände geschmiert haben. Den aktuellen Eigentümern gehört die Villa dennoch immerhin seit 21 Jahren.

Nur einen Tag vor dem Mord im Sommer 1969, der Zeit, in der die friedliche Hippiebewegung in den USA in Woodstock ihren Höhepunkt feierte , hatten Mansons Anhänger nur wenige Kilometer entfernt bereits ein Blutbad hinterlassen. Sie ermordeten die schwangere Schauspielerin Sharon Tate, Ehefrau von Regisseur Roman Polanski, und vier weitere Menschen.

Manson war während der Hippiebewegung zum Anführer einer Sekte geworden. Mit LSD, Gruppensex und kruden Theorien machte er sich seine "Family", wie sich seine Gefolgschaft nannte, gefügig, heißt es. Seine abstruse Kernthese war die Vorhersage eines Rassenkriegs, der ihn über ein paar Umwege zum Herrscher der USA machen würde. Vor wenigen Monaten wurde bekannt, dass einer von Mansons Anhängern im 19. Anlauf noch in diesem Jahr aus dem Gefängnis freikommen könnte. Der Sektenführer selbst war 2017 gestorben, nach 48 Jahren in Haft.

apr