South Carolina Weißer erschießt Schwarze in US-Kirche

Ein weißer Mann hat in einer von Schwarzen besuchten Kirche im US-Bundesstaat South Carolina um sich geschossen und neun Menschen getötet. Die Polizei spricht von einem "Verbrechen aus Hass". Der Täter ist auf der Flucht.


In einer Kirche in Charleston im US-Bundesstaat South Carolina hat ein Mann um sich geschossen und neun Menschen getötet. "Eine böse und hasserfüllte Person hat Bürgern das Leben genommen, die sich versammelt hatten, um gemeinsam zu beten", sagte Bürgermeister Joe Riley dem "Charleston Post and Courier".

Ein weißer Mann habe in dem von Afroamerikanern besuchten Gotteshaus das Feuer eröffnet. "Er ist einfach in die Kirche gegangen und hat angefangen zu schießen", sagte ein Augenzeuge auf CNN. Die Emanuel African Methodist Episcopal Church ist eine der ältesten Kirchen der schwarzen Gemeinden in Charleston.

Charlestons Polizeichef Gregory Mullen bestätigte, dass neun Menschen getötet worden seien. Er sprach von einem "Verbrechen aus Hass". "Es ist unfassbar, dass jemand in der heutigen Gesellschaft in eine Kirche geht, wenn Leute sich zum Beten treffen, und ihnen das Leben nimmt." Neun Personen wurden mit Verletzungen in Krankenhäuser eingeliefert.

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Schüsse in Kirche: Entsetzen in Charleston

Das Motiv ist noch unklar. Der Täter ist flüchtig. Der Verdächtige sei etwa 21 Jahre alt und glatt rasiert, teilte die Polizei mit. Ein Polizeihubschrauber kreiste über dem Tatort, während Polizisten die Gegend absuchten. Auch die Bundespolizei FBI war vor Ort.

Kurz nach der Schießerei, die sich gegen 21 Uhr Ortszeit ereignete, ging eine Bombendrohung ein. Die Polizei forderte die Anwohner in der Umgebung der Kirche auf, ihre Häuser zu verlassen. Auch Menschen, die sich nach der Tat an der Kirche eingefunden hatten, wurden angewiesen, sich zurückzuziehen. Nach einiger Zeit wurde Entwarnung gegeben.

Eine Gruppe Männer stand vor einem nahe gelegenen Hotel in einem Kreis. "Wir beten für die Familien, sie haben einen langen Weg vor sich", sagte Reverend James Johnson, ein örtlicher Bürgerrechtsaktivist.

Die Kirche ist nach eigenen Angaben eine der größten schwarzen Gemeinden in der Region. Sie wurde 1891 erbaut. Die Gemeinde wird von Reverend Clementa Pinckney geführt. Er ist zugleich Mitglied des Senates von South Carolina.

syd/ulz/AFP/AP/Reuters



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