Chemnitz Angriff auf jüdisches Restaurant – Bewährungsstrafe für Angeklagten

Mit Steinen und Flaschen attackierte ein Mob 2018 das Chemnitzer Lokal »Schalom«, der Wirt erlitt Verletzungen. Nun sprach ein Gericht einen der Angreifer schuldig, ins Gefängnis muss er aber nicht.
»Schalom« in Chemnitz: »Eine rassistische Tat«

»Schalom« in Chemnitz: »Eine rassistische Tat«

Foto: Jan Woitas / dpa

Drei Jahre nach dem Angriff auf das jüdische Restaurant »Schalom« und seinen Geschäftsführer in Chemnitz ist ein 30-Jähriger zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden. Das Amtsgericht Chemnitz sprach den Mann aus Niedersachsen der gefährlichen Körperverletzung und des Landfriedensbruchs schuldig.

Ende August 2018 hatte eine Gruppe das Lokal mit Steinen und Flaschen attackiert und dabei auch den Wirt verletzt. An einem Stein war DNA des jetzt verurteilten Mannes gefunden worden. In Verbindung mit einer anderen Verurteilung wegen Drogenhandels verhängte der Richter eine Gesamtfreiheitsstrafe von einem Jahr, die zur Bewährung ausgesetzt wurde.

Die Verteidigung fordert einen Freispruch

Staatsanwalt Thomas Fischer hatte in seinem Plädoyer von einer »rassistischen Tat« gesprochen. Der Wirt habe getroffen werden sollen, weil er sich zum Judentum bekenne. Er beantragte eine Gesamtfreiheitsstrafe von einem Jahr und einem Monat – ohne Bewährung.

Die Verteidigung verlangte dagegen einen Freispruch. Über die DNA-Spur hinaus seien keine weiteren Indizien für eine Schuld seines Mandanten gefunden worden, sagte Rechtsanwalt Jan-Hendrik Herms. Der Angeklagte selbst hatte sich im Prozess nicht zu den Vorwürfen geäußert. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

mxw/dpa
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.