Chemnitz Raubmord - 21-Jähriger schneidet Rentnerin Kehle durch

Er schlug eine 81-Jährige, trat auf ihren Kopf ein und schnitt ihr schließlich die Kehle durch: Ein junger Mann aus dem sächsischen Chemnitz wurde wegen der Tat jetzt zu einer hohen Jugendstrafe verurteilt. Bei der Urteilsverkündung brach er in Tränen aus.


Chemnitz - Der 21-Jährige hatte im Sommer 2008 die mit ihm weitläufig verwandte Frau in deren Wohnung überfallen, um Geld und Wertsachen zu stehlen. "Dazu wollte er die Frau mit einem Hammerstiel zumindest bewusstlos schlagen", sagte Richter Kay-Uwe Sander am heutigen Dienstag.

Als das misslang, habe er auf den Kopf der am Boden Liegenden eingetreten, einen Staubsauger auf sie geworfen und der Frau schließlich mit einem Küchenmesser die Kehle durchschnitten. Die Staatsanwaltschaft hatte vor dem Landgericht Chemnitz neun Jahre Jugendstrafe gefordert. Die Verteidigung hatte unter Verweis auf die Reue des Angeklagten auf acht Monate Jugendstrafe plädiert - verurteilt wurde er jetzt zu achteinhalb Jahren.

Nach der Tat nahm der Angeklagte laut Staatsanwaltschaft 223 Euro, Schmuck und Nahrungsmittel aus der Wohnung. Einen Tag später kehrte er zurück und stahl der Toten unter anderem die Armbanduhr vom Handgelenk.

Laut Sander wollte der 21-Jährige die Frau ursprünglich nicht ermorden, sondern nur berauben. "Er hatte die Tat nicht zu Ende gedacht" und habe schließlich aus Habgier getötet. Zudem sollte damit der Raub verdeckt werden.

"Die Tat hinterlässt Fassungslosigkeit", sagte Sander. Der junge Mann sei in einem behüteten Elternhaus aufgewachsen und habe keine Vorstrafen. "Das ist nicht der Täter, von dem so etwas erwartet wird."

Der Angeklagte brach nach der Urteilsverkündung in Tränen aus. "Es tut mit leid", sagte er. "Ich werde ein Leben lang mit der Tat leben müssen." Das Urteil ist rechtskräftig, da Staatsanwaltschaft und Verteidigung auf Rechtsmittel verzichten.

bog/dpa



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