Chemnitz Rollstuhlfahrer aus Libyen angegriffen

In Chemnitz ist ein libyscher Rollstuhlfahrer attackiert und leicht verletzt worden. Der Tatverdächtige ist der Polizei wegen rechtsmotivierter Straftaten bekannt. Das Dezernat Staatsschutz ermittelt in dem Fall.

DPA

Ein 31-jähriger Rollstuhlfahrer aus Libyen ist in Chemnitz von einem mutmaßlichen Rechtsradikalen geschlagen und rassistisch beleidigt worden. Der 22-jährige Tatverdächtige hat den Mann nach ersten Ermittlungen in der Nacht zum Sonntag aus dem Rollstuhl gestoßen und attackiert. Das teilte die Polizei mit. Der genaue Tathergang werde aber noch ermittelt. Zunächst hatte die "Bild"-Zeitung berichtet.

Demnach sei der Tatverdächtige, der nahe dem Tatort gestellt wurde, der Polizei wegen rechtsmotivierter Straftaten und Körperverletzungsdelikten bekannt. Gegen ihn wird nun wegen gefährlicher Körperverletzung und Beleidigung ermittelt.

Der Rollstuhlfahrer habe leichte Verletzungen erlitten und sei ambulant in einem Krankenhaus behandelt worden. Eine Zeugin hätte die Auseinandersetzung gehört und die Polizei gerufen. Das für politisch motivierte Straftaten zuständige Dezernat Staatsschutz der Kriminalpolizei ermittelt in Abstimmung mit der Staatsanwaltschaft.

Über den Fall hatte die Polizei bereits am Sonntag berichtet, allerdings ohne anzugeben, dass es sich bei dem Opfer um einen Rollstuhlfahrer aus Libyen handelte.

Der Polizeisprecher gab an, für die Ermittler habe sich erst am Montag ein klares Bild der Tat ergeben. Zur Wahrung der Persönlichkeitsrechte des Geschädigten und der möglichen psychischen Belastungen für das Opfer sei geprüft worden, ob der Übergriff aufgrund des Handicaps oder wegen der Herkunft des Mannes geschehen sei. Die Ermittler gehen inzwischen von einem rassistischen Motiv aus.

cop/dpa/AFP

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