Tödliche Messerattacke in Chemnitz Staatsanwaltschaft klagt Tatverdächtigen Alaa S. an

Der tödliche Angriff auf einen Deutschkubaner führte in Chemnitz zu Krawallen. Nun hat die Staatsanwaltschaft einen mutmaßlichen Täter angeklagt.

Tatort in Chemnitz
DPA

Tatort in Chemnitz


Im Fall des im August 2018 getöteten Daniel H. hat die Staatsanwaltschaft Chemnitz Anklage erhoben. Sie wirft Alaa S. unter anderem gemeinschaftlichen Totschlag vor. Er soll Ende August während eines Streits mit einem Messer auf Daniel H. eingestochen haben. Der 35-Jährige starb unmittelbar nach der Tat.

Alaa S. ist syrischer Staatsbürger und sitzt seit Ende August in Untersuchungshaft. Ein weiterer Tatverdächtiger, ein Iraker, ist nach wie vor auf der Flucht. Nach Farhad A. wird seit Monaten mit einem internationalen Haftbefehl gesucht. Auch er soll mit einem Messer auf Daniel H. eingestochen haben. Über die Anklage gegen einen dritten Verdächtigen werde in absehbarer Zeit entschieden, hieß es von der Staatsanwaltschaft. Dieser Mann, ebenfalls Syrer, war Mitte September aus der Untersuchungshaft entlassen worden.

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass am 26. August zunächst Farhad A. mit Daniel H. in einen handgreiflichen Streit geraten sei. In dessen Verlauf sei der Tatverdächtige schließlich zu Fall gekommen.

Alaa S. soll sich bis zu diesem Zeitpunkt bei einem nahegelegenen Imbiss aufgehalten haben, dann aber Farhad A. zur Hilfe gekommen sein. Nach einem kurzen Gespräch hätten sie Daniel H. und einen weiteren Mann mit dem Messer angegriffen. Das zweite Opfer wurde schwer am Rücken verletzt. "Der Angeschuldigte nahm hierbei zumindest billigend in Kauf, die beiden Geschädigten tödlich zu verletzen", teilte die Staatsanwaltschaft mit.

Im Video: Rechte Brandbeschleuniger - Die Hintermänner der Chemnitz-Krawalle

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Das Tötungsdelikt war der Anlass für zahlreiche Demonstrationen in Chemnitz, die teilweise in Gewalttätigkeiten mündeten (lesen sie hier mehr darüber). Mehrere Rechtsradikale wurden in Schnellverfahren wegen Zeigens des Hitlergrußes verurteilt. An den Ausschreitungen sollen auch Mitglieder der mittlerweile zerschlagenen mutmaßlichen rechtsextremen Terrorzelle "Revolution Chemnitz" beteiligt gewesen sein.

bbr/jpz/AFP/dpa

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