Tödlicher Messerangriff Ermittlungen gegen Tatverdächtigen im Fall Chemnitz eingestellt

Die Staatsanwaltschaft hat das Verfahren gegen einen Beschuldigten im Fall der tödlichen Messerattacke von Chemnitz eingestellt. Zwei Männer sind weiter dringend tatverdächtig.

Tatort in Chemnitz (Archivbild von August 2018)
DPA

Tatort in Chemnitz (Archivbild von August 2018)


Das Ermittlungsverfahren gegen einen der Beschuldigten im Fall Chemnitz ist eingestellt worden. Eine Tatbeteiligung an dem tödlichen Messerangriff auf einen 35-Jährigen vor mehr als vier Monaten sei dem Iraker nicht nachzuweisen, teilte die Staatsanwaltschaft Chemnitz mit. Auch die Aussagen von Zeugen, die den Mann zunächst als Tatbeteiligten beschrieben hatten, hätten sich im Laufe der Vernehmungen nicht bestätigt.

Yousif A. war zunächst nach dem Tötungsdelikt vorläufig festgenommen worden, kam aber rund drei Wochen später aufgrund mangelnden Tatverdachts wieder auf freien Fuß. Dringend tatverdächtig sind in dem Fall weiter zwei Männer.

Gegen einen erhob die Staatsanwaltschaft in der vergangenen Woche Anklage unter anderem wegen gemeinschaftlichen Totschlags. Er soll Ende August während eines Streits mit einem Messer auf den 35-jährigen Daniel H. eingestochen haben. Dieser starb unmittelbar nach der Tat. Ein weiterer Mann wurde durch Messerstiche verletzt.

Ein weiterer Tatverdächtiger ist nach wie vor auf der Flucht. Nach ihm wird seit Monaten mit einem internationalen Haftbefehl gesucht. Auch er soll mit einem Messer auf H. eingestochen haben. Der Fall löste zahlreiche Demonstrationen und Ausschreitungen rechtsextremer Gruppen in Chemnitz aus, weil es sich bei den Tatverdächtigen mutmaßlich um Asylbewerber handelte.

Im Video: Die Hintermänner der Chemnitz-Krawalle

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cte/AFP

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