Nationalfeiertag 4. Juli Schüsse bei US-Parade – mehrere Tote

In einem Vorort von Chicago sind bei einer Parade zum Nationalfeiertag Schüsse gefallen. Sechs Menschen wurden getötet, viele weitere verletzt. Der Schütze soll noch nicht gefasst sein.
Polizeieinsatz in Highland Park: Suche nach dem Schützen

Polizeieinsatz in Highland Park: Suche nach dem Schützen

Foto: Tyler Pasciak LaRiviere / AP

+++ Diese Meldung wird laufend aktualisiert +++

Ein Schütze hat bei einer US-Parade anlässlich des Unabhängigkeitstags in Highland Park, einem Vorort von Chicago, das Feuer eröffnet und mindestens sechs Menschen getötet. 24 Menschen seien nach der Tat in Krankenhäuser gebracht worden, sagte ein Polizeisprecher. Die Nachrichtenagentur AP berichtet unter Verweis auf einen Krankenhaussprecher von 31 Verletzten.

Der Schütze sei noch nicht gefasst, so die Polizei. Die Ermittler beschreiben den flüchtigen Schützen als Mann zwischen 18 und 20 Jahren, der mutmaßlich »bewaffnet und gefährlich« sei. Er habe vermutlich von einem Dach aus geschossen. Die Polizei geht derzeit von einem Einzeltäter aus.

Polizisten am Tatort: Waffe gefunden

Polizisten am Tatort: Waffe gefunden

Foto: Nam Y. Huh / AP

»Eine Schusswaffe wurde sichergestellt«, teilt die Stadt auf ihrer Website  mit: »Zahlreiche Polizeibeamte sind im Einsatz und haben die Innenstadt von Highland Park abgeriegelt.« Bürgermeisterin Nancy Rotering und die Polizei forderten die Menschen dazu auf, die Innenstadt zu meiden. Die örtlichen Behörden sagten das Fest zum Unabhängigkeitstag ab. In der Kleinstadt wohnen etwa 30.000 Menschen.

»An einem Tag, an dem wir zusammengekommen sind, um Gemeinschaft und Freiheit zu feiern, trauern wir stattdessen über den tragischen Verlust von Menschenleben und kämpfen mit dem Terror, der über uns gekommen ist«, sagte Bürgermeisterin Rotering: »Unsere Herzen sind in dieser schweren Zeit bei den Familien der Opfer.«

Leere Stühle am Straßenrand: Menschen auf der Flucht

Leere Stühle am Straßenrand: Menschen auf der Flucht

Foto: Lynn Sweet / AP

Menschen auf der Flucht

Die Parade hatte etwa um 10 Uhr (Ortszeit) begonnen. Zehn Minuten später seien die Schüsse gefallen, berichtet die Nachrichtenagentur AP. Auf Fernsehbildern war zu sehen, wie Menschen flohen. Hunderte Beamte waren im Einsatz. Auf Fernsehbildern war zu sehen, wie Polizisten durch leere Straßen fuhren, auf Bürgersteigen standen in der Panik zurückgelassene Campingstühle.

Brad Schneider, der für den Bundesstaat Illinois im Repräsentantenhaus sitzt, hielt sich in der Stadt am Michigansee auf, als die Schüsse fielen. »Mein Team und ich hatten uns gerade zum Beginn der Parade getroffen«, erklärte Schneider auf Twitter, nachdem er sich in Sicherheit gebracht hatte.

Brad Pritzker, Gouverneur von Illinois, rief zu Gebeten für die Opfer auf. Es gebe keine Worte für diese Art »des Bösen«, so der Demokrat: »Wir müssen – und wir werden – diese Plage der Waffengewalt beenden.«

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Die USA kämpfen mit der Waffengewalt im Land. Erst Ende Mai hatte ein 18 Jahre alter Schütze an einer Grundschule in Texas ein Massaker angerichtet. Er hatte Ende Mai in der Kleinstadt Uvalde 19 Kinder und zwei Lehrerinnen getötet, bevor er von der Polizei erschossen wurde. Das Verbrechen hatte die Diskussion über schärfere Waffengesetze in den USA neu entfacht. Schusswaffen sind in den Vereinigten Staaten relativ leicht erhältlich.

dam/ptz/dpa/Reuters/AP
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