China Erzieherin misshandelt Kinder mit Nadeln - 18 Monate Haft

Eine Frau aus China traktierte Kindergartenkinder mit Nadeln, weil sie nicht schlafen wollten. Nun wurde die Erzieherin zu eineinhalb Jahren Haft verurteilt.


Ein Gericht in Peking hat eine Erzieherin, die mehrere Kinder mit Nadeln misshandelte, schuldig gesprochen. Die Frau wurde zu 18 Monaten Haft verurteilt. Nach ihrer Entlassung darf die 22-Jährige zudem fünf Jahre lang nicht mit Minderjährigen arbeiten. Mit ihrem "abscheulichen" Verhalten habe die junge Frau den Kindern schwere seelische Schäden zugefügt.

Der Fall hatte im vergangenen Jahr Empörung erregt und eine landesweite Überprüfung aller Kindergärten zur Folge. Aufgrund der Anzeigen von Eltern, die bei ihren Kindern Einstiche entdeckt hatten, leitete die Pekinger Polizei damals Ermittlungen ein. Anhand der Überwachungskameras in dem privaten Kindergarten entdeckten die Ermittler, dass die 22-Jährige die Kinder mit Nadeln traktierte, wenn diese keinen Mittagsschlaf hielten.

Viele Nutzer der sozialen Netzwerke bezeichneten das Urteil als zu milde. Zudem kritisierten sie, dass keiner der für die Kontrolle zuständigen Beamten bislang zur Rechenschaft gezogen wurde. Zwar wurden gegen drei Vertreter der chinesischen Bildungsbehörde wegen Verletzung ihrer Aufsichtspflicht Ermittlungen eingeleitet, doch tritt deren Verfahren seit Monaten auf der Stelle.

Der Kindergarten wird von dem Unternehmen RYB Education betrieben, das an der New Yorker Börse gelistet ist und zahlreiche Einrichtungen in ganz China betreibt. Nun hat das Unternehmen erneut um Entschuldigung gebeten. Es handele sich jedoch um einen Einzelfall.

Es war allerdings nicht der erste Skandal um RYB. Im April 2017 hatte das Unternehmen den Leiter eines Pekinger Kindergartens suspendiert, nachdem auf Videos zu sehen war, wie das Personal ein Kind auf ein Bett warf und einem anderen in den Rücken trat. Vor zwei Jahren wurden zwei Mitarbeiter eines RYB-Kindergartens in der nordöstlichen Provinz Jilin zu 34 Monaten Gefängnis verurteilt, weil sie Kindern mit Nadeln in den Kopf, den Mund und ins Gesäß gestochen hatten.

bbr/AFP



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