Angriff auf Wissenschaftler Haftbefehl gegen chinesischen Raumfahrtmanager nach Prügelattacke

Im Streit soll es um die Aufnahme in eine schwedische Akademie gegangen sein – dann wurde es handgreiflich: In China ist ein Topmanager des nationalen Raumfahrtprogramms festgenommen worden.

Ein Spitzenmanager des chinesischen Raumfahrtprogramms ist nach einer Prügelattacke auf zwei renommierte Wissenschaftler formell in Haft genommen worden. Die Staatsanwaltschaft im Pekinger Stadtbezirk Chaoyang erließ Haftbefehl wegen des Verdachts der »absichtlichen Körperverletzung« gegen den 57-Jährigen, wie am Dienstag aus einer Mitteilung hervorging.

Der Manager wurde als »früherer« Vorstands- und Parteichef der China Aerospace Investment Holding (CAIH) beschrieben, was darauf hindeutet, dass er zwischenzeitlich entlassen worden sein dürfte. Das Unternehmen ist der Investmentarm der China Aerospace Science and Technology Group Corporation (CASC), der Dachgesellschaft der chinesischen Raumfahrtindustrie. Zunächst hatte es Meldungen gegeben, wonach der Mann von seinem Arbeitgeber nur beurlaubt worden sei.

Bei dem Vorfall Anfang Juli in Peking hatte der 57-Jährige nach Presseberichten im angetrunkenen Zustand zwei chinesische Mitglieder der Internationalen Akademie für Aeronautik (IAA) in Stockholm schwer verletzt. Die 85-Jährige und der 55-Jährige lagen wochenlang im Krankenhaus. Die Frau musste laut Medienberichten aus China operiert werden.

Videobilder zeigen den Angriff vor dem Fahrstuhl

Wie »China Newsweekly« berichtete, hatte der Manager die beiden zu einem Abendessen eingeladen, um sie aufzufordern, ihn für eine Aufnahme in die Akademie zu empfehlen. Diese hätten jedoch gezögert. Verärgert habe der Vorstandschef versucht, den Mann zu schlagen. Beide Wissenschaftler hätten daraufhin beschlossen zu gehen. Am Aufzug habe der Manager auf sie eingeprügelt, wie auch Aufnahmen von Überwachungskameras zeigten.

Ungeachtet der Attacke konnte der Vorstandsvorsitzende zunächst unbehelligt weiter seiner Arbeit nachgehen. Auch der Mutterkonzern CASC geriet in die Kritik. Während Fotos und Details die Runde machten, forderte die CASC ihre Mitarbeiter zunächst auf, Stillschweigen zu wahren.

jok/dpa
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